Fregattenvogel

[53] Fregattenvogel (Atagen Moehr., Tachypetes Vieill.), Gattung der Schwimmvögel. Der gemeine F. (A. aquila Moehr., s. Tafel »Schwimmvögel IV«, Fig. 2), 1 m lang, 2,3 m breit, aber nur wenig über 1,5 kg schwer, besitzt einen schlanken Leib, kräftigen Hals, mäßig großen Kopf, langen, starken, an der scharfen Spitze hakigen Schnabel, sehr kurze, kräftige, an der Fußwurzel befiederte, langzehige Füße mit kräftigen Krallen u. breit ausgeschnittenen Schwimmhäuten. Die Flügel sind außerordentlich lang, scharf zugespitzt; der Schwanz ist ebenfalls sehr lang, tief gegabelt. Das Gefieder ist bräunlichschwarz, metallischgrün und purpurn schimmernd; der häutige Kehlsack, der sich aufblasen läßt, orangerot; die Füße sind hell karminrot. Der F. bewohnt die tropischen Meere, hält sich meist in der Nähe der Küsten, folgt aber auch den Schiffen sieben Tage, ohne auszuruhen. Er gilt als schnellster und ausdauerndster Flieger auf dem Meer, nährt sich hauptsächlich von Fischen, frißt aber wohl auch junge Vögel und Aas und jagt andern Vögeln die Beute ab. Er nistet in großen Gesellschaften auf Inseln, baut das Nest auf Bäumen, aber auch auf kahlem Fels, und legt 2–3 grünlichweiße Eier, die von beiden Geschlechtern bebrütet werden. In der Gefangenschaft hält er sich gut, muß aber gestopft werden, da er nicht selbständig frißt.

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Meyers Großes Konversations-Lexikon, Band 7. Leipzig 1907, S. 53.
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