Galle [2]

[279] Galle, von kleinen Quellen herrührende feuchte Stelle in einem Acker (Naßgalle), die durch offene oder bedeckte Abzugsgräben und Versickerungsgruben unschädlich gemacht wird; dann sandige oder moorige Stelle in sonst guten Feldern (Sandgalle oder Brandacker), die durch Abfahren des Sandes und Ausfahren guter Erde verbessert werden kann.- Wassergalle ist ein nicht völlig ausgebildeter Regenbogen (s.d.); Windgalle, ein heller Fleck am Himmel, der Sonne gegenüber, gilt in der populären Anschauung als Zeichen eines nahen Sturmes. – Beim Metallguß sind Gallen die Höhlungen oder Lucken, die durch die in der erstarrenden Metallmasse zurückbleibenden Gasblasen besonders dann entstehen, wenn die Gußform keine genügenden Windpfeifen hat. Diese Gallen verschwinden beim Gußstahl durch Schmieden, durch Zusammenschweißen oder erscheinen, wenn sie bei der Bearbeitung zutage treten, als Risse (Gallenrisse). – Über G. in der Botanik und in der Tierarzneikunde s. Gallen.

Quelle:
Meyers Großes Konversations-Lexikon, Band 7. Leipzig 1907, S. 279.
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