Gersau

[660] Gersau, Dorf und Bezirkshauptort im schweizer. Kanton Schwyz, am Südfuß des Rigi, 440 m ü. M.,[660] mit (1900) 1879 Einw., ist eine der beliebtesten Touristenstationen am Vierwaldstätter See, in einem gegen N. geschützten Winkel, mit zerstreut stehenden Häusern unter Kastanien- und Obstbäumen. G. hat mehrere Kurhäuser, Gasthöfe, Florettspinnereien und -Zwirnereien. Wegen des milden Klimas (Jahresmittel 10,67°) ist G. auch im Winter vielbesuchter Kurort. – G. bildete seit 1390 infolge von Loskauf vier Jahrhunderte lang eine selbständige Republik, die kleinste Europas (kaum 15 qkm mit 1000 Einw. umfassend), bis die Helvetische Republik 1798 den Freistaat aufhob und dem damaligen Kanton Waldstätten zuteilte. 1803 kam G. zum Kanton Schwyz, von dem es gegenwärtig einen der sechs Bezirke ausmacht. Vgl. Camenzind, Geschichte der Republik G. (im »Geschichtsfreund der fünf Orte«, Bd. 19).

Quelle:
Meyers Großes Konversations-Lexikon, Band 7. Leipzig 1907, S. 660-661.
Lizenz:
Faksimiles:
660 | 661
Kategorien:
Ähnliche Einträge in anderen Lexika