Kettenlinie

[869] Kettenlinie (lat. Catenaria), die ebene Kurve, die ein schwerer, vollkommen biegsamer, aber unausdehnbarer Faden bildet, wenn man seine Enden in zwei Punkten befestigt, deren Entfernung kleiner ist als die Länge des Fadens, und ihn dann frei herunterhängen läßt, so daß er sich im Gleichgewicht befindet. Ihre Gestalt (s. Abbildung) erinnert an die der Parabel.

Kettenlinie.
Kettenlinie.

Die K. kommt auch bei der Konstruktion von Gewölbebogen zur Anwendung. Verwandt mit der K. ist die Kettenbrückenlinie, die entsteht, wenn der Faden außer seinem eignen Gewicht noch eine in wagerechter Richtung gleichmäßig verteilte Last trägt. Vgl. Loria, Spezielle ebene Kurven (deutsch, Leipz. 1902).

Quelle:
Meyers Großes Konversations-Lexikon, Band 10. Leipzig 1907, S. 869.
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