Kharbin

[875] Kharbin (Charbin), Stadt in der chines. Mandschurei am rechten Ufer des Sungariflusses, erst 1896 gegründet, um als Eisenbahnknotenpunkt für die Transmandschurische und Ostchinesische Eisenbahn zu dienen, früher ein elendes Dorf mit wenigen Hütten, jetzt (1902) eine Stadt von über 20,000 Einw. Die neue Anlage ist ausschließlich von den Russen betrieben, die dazu eine Fläche von 33 Quadratwerft angekauft haben. Die Stadt zerfällt in drei Teile: Alt-K., Neu-K. und die Hafenstadt. Alt-K. war die erste Niederlassung aus Lehmhäusern für die Zwecke des Bahnbaues, wozu einige Handelshäuser und eine kleine Kirche gekommen sind. In Neu-K., dem eigentlichen Zentrum, auf einer vor dem Fluß geschützten Hochfläche gelegen, ist alles in der Entwickelung begriffen; etwa 300 Steinhäuser für die Eisenbahnverwaltung, Post und Telegraphie, Hospitäler, Beamtenwohnungen, Hotels etc. bestimmt. Die Straßen sind noch sehr schlecht. In der Hafenstadt am Fluß befinden sich die Fabriken und Werkstätten für die Eisenbahn, viele kaufmännische Niederlassungen, der Sitz der Polizei etc.; hier herrscht das meiste Leben. Der Handel liegt fast ausschließlich in den Händen der Chinesen. Im russisch-japan. Krieg war K. einer der Hauptstützpunkte der russischen Armee.

Quelle:
Meyers Großes Konversations-Lexikon, Band 10. Leipzig 1907, S. 875.
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