Koller [2]

[267] Koller (altdeutsch Kolder), veraltete Bezeichnung für jede mit Verringerung des Bewußtseins oder mit tobsüchtigem Benehmen verbundene Gehirnkrankheit bei Tieren. Je nach der Verschiedenheit der Krankheitserscheinungen unterschied man rasenden K., Springkoller (bei Tobsuchtsanfällen), Still-, Schlafkoller (bei dauernder Benommenheit des Bewußtseins), Schiebekoller (abnorme Bewegungen), Lauschkoller (eigentümliches Ohrenspiel). Die Bezeichnungen Magenkoller, Sonnenkoller, Geschlechtskoller (Samen-, bez. Mutterkoller) denken auf die vermeintliche Entstehungsursache. Die letztere Bezeichnung bedeutete übrigens auch das abnorme, durch starken und unbefriedigten Geschlechtstrieb verursachte Benehmen, das bei Hengsten und rossigen (brünstigen) Stuten nicht selten beobachtet wird, ohne daß eine Gehirnkrankheit vorliegt. In der Tiermedizin bezeichnet man nur noch die chronische Gehirnwassersucht der Pferde als Dummkoller (s. d.).

Quelle:
Meyers Großes Konversations-Lexikon, Band 11. Leipzig 1907, S. 267.
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