Möglichkeit

[17] Möglichkeit heißt die Übereinstimmung, Unmöglichkeit die Nichtübereinstimmung eines Sachverhalts mit den Bedingungen entweder des Denkens oder des Daseins. Man hat daher zwischen logischer (formaler) und realer M. und Unmöglichkeit zu unterscheiden. Der Bereich der erstern, die nur erfordert, daß das Gedachte von innern Widersprüchen frei sei, ist ein unbegrenztes; nur ein Teil des Formal-Möglichen ist aber auch real-möglich. So ist z. B. das Perpetuum mobile zwar im allgemeinen denkbar, seine wirkliche Existenz wird aber durch das Gesetz der Erhaltung der Kraft ausgeschlossen. Im engsten Sinn endlich heißt dasjenige möglich, was nicht nur überhaupt (irgendwann oder irgendwo), sondern unter bestimmten örtlichen und zeitlichen Verhältnissen wirklich existieren könnte. Dies hängt von dem Vorhandensein zureichender Bestimmungsgründe und der Abwesenheit von Hindernissen ab. Sofern in einem gegenwärtig existierenden Tatbestand die wesentlichen Bedingungen eines Erfolges schon gegeben sind, und es also nur eines geringfügigen Anstoßes zu seiner Verwirklichung bedarf, so sagt man wohl, daß dieser Erfolg der M. nach (potenziell) gegeben ist.

Quelle:
Meyers Großes Konversations-Lexikon, Band 14. Leipzig 1908, S. 17.
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