Positivismus

[206] Positivismus (neulat.), Bezeichnung einer wissenschaftlichen Richtung, die im Gegensatz zu apriorischen Konstruktionen oder unsichern Annahmen sich an das Tatsächliche hält. Im philosophischen Sinne wird die Philosophie A. Comtes (s. d.), auch wohl Stuart Mills (s. Mill 2) deduktive und induktive Logik als P. bezeichnet. Die Anfänge zu dieser Richtung sieht man schon bei Protagoras, aber namentlich bei Hume. In einem ganz andern Sinne wird Schellings (s. d.) letzte Philosophie (der Offenbarung) P. genannt. Hier ist positiv das Gegenteil von kritisch oder skeptisch und bezieht sich auf die Anerkennung bestimmter Religionslehren. Innerhalb der neuesten deutschen Philosophie[207] ist der P. der erstbezeichneten Art durch Laas, Riehl u. a., auch in andrer Weise durch Dühring vertreten. Positive Elemente sind fast überall in der neuern Philosophie zu finden. Vgl. Dühring, Natürliche Dialektik (Berl. 1865); Laas, Idealismus und P. (das. 1879–84, 3 Bde.).

Quelle:
Meyers Großes Konversations-Lexikon, Band 16. Leipzig 1908, S. 206-207.
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206 | 207
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