Ringseis

[949] Ringseis, Johann Nepomuk, Mediziner, geb. 16. Mai 1785 in Schwarzhofen, gest. 22. Mai 1880 in München, studierte in Landshut, wurde 1817 Arzt am Münchener Spital, dann Kreismedizinalrat und Professor an der neuen medizinisch-praktischen Lehranstalt, 1825 Obermedizinalrat und bald darauf Professor in München. 1840 erschien der erste Band seines viel angefochtenen »Systems der Medizin« (Regensburg; vgl. Gesundbeten). 1848–50 nahm er regen Anteil am politischen Leben. 1852 wurde er des Personalreferats im Ministerium und seines Amtes am Spital enthoben, und 1855 erregte er durch seine Rektoratsrede: »Über die Notwendigkeit der Autorität in den höchsten Gebieten der Wissenschaft« (3. Aufl., Münch. 1856) einen Sturm von Anfeindung. 1872 trat er in den Ruhestand. Er schrieb noch: »Vorwort nebst 136 Thesen zu seinen Vorträgen über allgemeine Pathologie und Therapie« (Erlang. 1853);[950] seine »Erinnerungen« (zuerst 1875–80 in den »Historisch-politischen Blättern« erschienen) gab Emilie Ringseis neu bearbeitet heraus (Regensb. 1886–92, 4 Bde.).

Quelle:
Meyers Großes Konversations-Lexikon, Band 16. Leipzig 1908, S. 949-950.
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949 | 950
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