Samāra [3]

[510] Samāra (Ssamara), Hauptstadt des gleichnamigen russ. Gouvernements (s. oben), am linken Ufer der Wolga und am rechten des hier mündenden Flusses S., Knotenpunkt der Eisenbahnen Sysran-Tscheljabinsk und S.-Orenburg-Taschkent, hat 27 Kirchen (eine lutherische), ein Denkmal Alexanders II., 2 Gymnasien (für Knaben und Mädchen), eine Realschule, ein geistliches Seminar, 2 Banken, ein Theater und (1897) 91,672 Einw. Der Wert der Gewerbtätigkeit (Getreidemüllerei, Talgsiederei, Bierbrauerei etc.) erreicht in etwa 60 Fabriken 11,8 Mill. Rubel. Besonders bedeutend ist jedoch der Handel mit Getreide, Holz, Salz, Talg etc., der durch die Lage von S. als Ausgangspunkt der großen Bahnen nach Sibirien und Mittelasien begünstigt wird. – S. wurde 1591 als Festung gegen die Baschkiren und Kalmücken erbaut; 1798 wurden die Kosaken von hier nach der Orenburgischen Linie verlegt und die Festungswerke[510] aufgegeben. Die Stadt hat 1848, 1850, 1854 und 1877 durch große Feuersbrünste gelitten.

Quelle:
Meyers Großes Konversations-Lexikon, Band 17. Leipzig 1909, S. 510-511.
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