Sozojodōl

[644] Sozojodōl, Salze der Dijodparaphenolsulfosäure C6H2(OH)J2.SO2.OH, von denen das Kalisalz bei Einwirkung von Jodkalium mit jodsaurem Kali auf eine Lösung von paraphenolsulfosaurem Kali in Salzsäure entsteht. Die freie Säure kristallisiert in farblosen Kristallen mit 3 Molekülen Kristallwasser und ist leicht löslich in Wasser, Alkohol und Glyzerin. Das Kalisalz (S. schwerlöslich) bildet farb- und geruchlose Kristalle und löst sich in 50 Teilen Wasser. Man benutzt es als Ersatz des Jodoforms, gegen Frostbeulen, Brandwunden, Wundliegen der Kinder, bei Ekzemen, syphilitischen Geschwüren etc. Das Natronsalz (S. leicht löslich) kristallisiert mit 2 Molekülen Wasser und löst sich in 14 Teilen Wasser. Die wässerige Lösung reagiert sauber und färbt sich mit Eisenchlorid veilchenblau. Die Lösung des Natronsalzes ist lichtempfindlich. Man benutzt es bei Diphtherie, Mittelohrkatarrh und Gonorrhöe, Bindehautentzündung etc. Auch das Quecksilber- und das Zinksalz werden benutzt.

Quelle:
Meyers Großes Konversations-Lexikon, Band 18. Leipzig 1909, S. 644.
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