Struktūr

[133] Struktūr (lat. structura), die Art und Weise der äußern und innern Zusammenfügung eines aus verschiedenartigen Teilen zu einem Ganzen verbundenen Körpers; insbes. in der Geologie das innere Gefüge der Gesteine, wie es durch die Form, die Größe, die Anordnung und die Art der Verbindung der Gesteinselemente und der akzessorischen Bestandteile bedingt wird; über die einzelnen Strukturformen vgl. Gesteine. – In der Chemie versteht man nach Butlerow unter S. die Anordnung der Atome im Molekül. Die von Kekulé und Couper begründete Strukturtheorie nimmt, gestützt auf die Wertigkeit der Atome, eine eigentümliche Verkettung der letztern an (s. Atomverkettung) und versinnbildlicht diese durch die Strukturformeln. Zur Ermittelung der S. benutzt man die Synthese, den Aufbau komplizierter Moleküle aus einfachern wie auch den Abbau, die Spaltung von komplizierten Molekülen in immer einfachere. Bei beiden Verfahren ergibt sich, welche Atomgruppen in den hochatomigen Molekülen enthalten sind. Der gewaltige Fortschritt der organischen Chemie in den letzten Jahrzehnten ist wesentlich der Strukturtheorie zu verdanken. Über Strukturisomerie s. Isomerie; über Strukturenergie s. Energie, S. 776.

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Meyers Großes Konversations-Lexikon, Band 19. Leipzig 1909, S. 133.
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