Talént [1]

[292] Talént (griech.), ausgezeichnete geistige Befähigung. In diesem Sinne spricht man von mathematischem, philosophischem, künstlerischem etc., aber auch technischem, mechanischem etc. T. Der innere Grund der Verschiedenartigkeit der einzelnen Talente ist, wie alles, was unter den allgemeinen Begriff der Anlage (s. d.) fällt, ein noch ungelöstes Problem der Psychologie. Der Unterschied des Talents vom Genie ist deshalb schwer festzustellen, weil das T. in seinen höchsten Entfaltungen sich dem Genie bis auf einen unmerklichen Abstand nähern kann. Im allgemeinen kann man sagen, daß dem Genie die schöpferische Ursprünglichkeit als Eigentum zuzusprechen sei, während sich das T. an das Gegebene hält, das Vorhandene seinem Zwecke gemäß zu benutzen und umzuformen weiß, aber weniger aus sich selbst produziert. Vgl. Genie.

Quelle:
Meyers Großes Konversations-Lexikon, Band 19. Leipzig 1909, S. 292-293.
Lizenz:
Faksimiles:
292 | 293
Kategorien:
Buchempfehlung: Alt, Sabine: Weras Talent ISBN-13 9783596169474
Empfehlung
Durchsuchen Sie auch contumax.org:
Empfehlung

Alt, Sabine

Weras Talent

Weras Talent
Fischer (Tb.), Frankfurt, 2005. 253 S., 359616947X, 7,95 €.
Ein verlassenes Kloster in Norditalien steht zum Verkauf. Wera Pratzinger, Professorin für Kunstgeschichte in Wien, soll das Werkgutachten schreiben. ... weiterlesen
Bookmarks
delicious wong linkarena google