Untergang der Gestirne

[936] Untergang der Gestirne, das Hinabsinken der Gestirne unter den Horizont des Beobachters. Ebenso wie beim Ausgang (s. d.) der Gestirne unterscheidet man wahren Untergang, wenn der Mittelpunkt des Gestirns in den wahren Horizont tritt, und scheinbaren Untergang, sobald das Gestirn für uns verschwindet, was wegen der Strahlenbrechung erst erfolgt, wenn es bereits gegen 35 Bogenminuten unter dem Horizont steht. Wie beim Ausgang unterschieden die Alten auch beim Untergang 1) den heliakischen (helischen) Untergang oder den zum letztenmal nach Sonnenuntergang stattfindenden, 2) den kosmischen Untergang oder den mit Sonnenuntergang gleichzeitig stattfindenden, daher unsichtbaren, und 3) den akronychen Untergang (Spätuntergang) oder den bei Sonnenaufgang stattfindenden. Vgl. Wislicenus, Tafeln zur Bestimmung der jährlichen Auf- und Untergänge der Gestirne (Leipz. 1892).

Quelle:
Meyers Großes Konversations-Lexikon, Band 19. Leipzig 1909, S. 936.
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