Überhitzen

[109] Überhitzen, 1) Eisen ü. (verbrennen), es durch zu lange anhaltendes u. zu oft wiederholtes starkes Glühen mürbe machen; solches Eisen erlangt seine frühere Güte wieder, wenn man es bei Luftabschluß weißglühend macht u. mäßig überschmiedet; 2) Stahl ü., durch zu starkes Glühen ihn grobkörnig u. mürbe machen; der nicht blos überhitzte, sondern durch zu starkes u. zu oftes Glühen verbrannte Stahl hat die Eigenschaften des Schmiedeeisens angenommen u. läßt sich nicht mehr Härten; 3) Wasserdampf ü., den vom Dampferzeuger (Dampfkessel) abgeschlossenen Dampf noch weiter erhitzen; dabei steigt zwar seine Spannung, aber nicht seine Dichte, der wegen seiner Abschließung vom Kesselwasser keine Wassertheilchen mehr verdampfen u. in sich aufnehmen kann.

Quelle:
Pierer's Universal-Lexikon, Band 18. Altenburg 1864, S. 109.
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