Alfred

[305] Alfred (Alfrid, Alfred), englischer männlicher Name, bedeutet der erhabene Beschützer. I. Angelsächsische Königein Britannien: 1) A. der Bastard, natürlicher Sohn Oswius, Königs von Northumberland, wurde nach dem Tode seines Bruders Egfrid 685 König von Northumberland; st. 705, s. England (Gesch.). 2) A. der Große, jüngster Sohn Ethelwolfs, geb. 849, folgte 871 seinem Bruder Ethelred als König von England; er brach die Macht der Dänen in Britannien, beförderte den Ackerbau, ließ Entdeckungsreisen nach Norden machen, vermehrte die Seemacht u. traf allerhand gute Staatseinrichtungen; starb 905; über seine ruhmreiche Regierung s. u. England. Er war auch Freund u. Beförderer der Wissenschaften, schrieb selbst Gedichte (herausgegeben von Fox, Lond. 1833), u. übersetzte die Consolatio philos. des Boethius (herausgegeben von Cardale, Lond. 1829), die Geschichte des Orosius (herausgegeben von Barrington, Lond. 1773) u. Beda (herausgegeben von Whelock, Cambr. 1644 u. ö.). A-s Lebensbeschreibung von seinem Zeitgenossen Asser (herausgegeben von Wise, 1722 u. ö.) von Pauli, Berl. 1851; von Weiß, Schaffh. 1852. II. Andere Personen: 3) A., britischer Edler, welcher an der Spitze der Unzufriedenen stand, welche nach Ferdinands I. Tode 924 Edwin statt Adelstan zum König haben wollten; besiegt floh er nach Italien, u. im Begriff vor dem Papst einen Reinigungseid zu schwören, starb er plötzlich; 4) A., Benedictinermönch in Baiern, im 7. od. 8. Jahrh., einer der ältesten deutschen Maler.

Quelle:
Pierer's Universal-Lexikon, Band 1. Altenburg 1857, S. 305.
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