Busbecq

[499] Busbecq (spr. Büsbeck), Augier Ghislen de B., geb. 1522 zu Comines in Flandern; trat in die Dienste Kaiser Ferdinands I.; wurde 1552 Gesandtschaftssecretär in London, u. 1554 zu Soliman II. nach Amasia zur Vermittelung des Friedens gesandt, erhielt er einen sechsmonatlichen Waffenstillstand, kurz darauf ward er nach Constantinopel geschickt, wo er 7 Jahre verweilte u. einen achtjährigen Waffenstillstand abschloß. Er sammelte während dieser Zeit viele alte Inschriften, Medaillen u. Manuscripte u. fand den Ankyranischen Marmor auf, ward nach seiner Rückkehr 1563 Vorstand der k. k. Hofbibliothek, begleitete 1564 die Erzherzöge, deren Lehrer er war, an den spanischen Hof u. 1570 die Erzherzogin Elisabeth zu ihrer Vermählung nach Frankreich, blieb dort als ihr Hofmarschall u. wurde nach dem Wegzug aus Frankreich 1582 kaiserlicher Botschafter am französischen Hofe, wollte wegen innerer Unruhen nach Flandern flüchten, ward unterwegs von Soldaten angefallen u. st. 1592 auf dem Schlosse Maillot bei Rouen. Er schr. u.a.: Itinera Constantinopolitanum et Amasianum, et de remilitari contra Turcas instituenda consilium, Antw. 1582, auch als: Legationis turcicae epistolae IV., Par. 1589 u.ö. (deutsch Frankf. 1569); Epistolae ad Rudolphum II., Brüssel 1632; Sämmtliche Werke, Leyd. 1633, Basel 1740.

Quelle:
Pierer's Universal-Lexikon, Band 3. Altenburg 1857, S. 499.
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