Glaser [1]

[384] Glaser, zünftige Handwerker, welche die Glasscheiben in die Glasfenster, Glasthüren u. Laternen einsetzen u. welche die Fensterrahmen u. Gestelle zu hölzernen Laternen u. das Fensterblei selbst fertigen dürfen. Die Fensterrahmen werden aus Eichen- u. Nadelholz (Glaserholz) gemacht; jetzt gibt es auch deren aus Gußeisen. Das Schneiden des Glases verrichtet der G. mittelst eines Diamants, dieser wird in eine stählerne Hülse geklemmt u. dann mit Zinn vergossen, doch so, daß die Spitze des Steins etwas hervorragt. Das breite knöcherne Ende am Griffe des Diamants (Bleiknecht) dient zum Auf- u. Zustreichen des Fensterbleies. Zu dem rechtwinkeligen Schneiden der Glasscheiben braucht er ein hölzernes Winkelmaß (Zuschneideleiste); etwa stehen gebliebene Zacken an den Glasscheiben kneipt er mit einem Eisen, das an beiden Seiten einen Haken hat (Fügemesser, Fügeeisen), ab. Sonst war ein Hauptgeschäft des G-s die Anfertigung des Fensterbleies, das mit der Einführung der größeren Fensterscheiben u. mit Aufhören der kleinen runden, fast unnöthig geworden ist. Gewöhnlich treiben die G. zugleich Glashandel; ehemals beschäftigten sie sich zuweilen mit Glasmalerei u. Glasschleifen. Vgl. Die Glaserkunst, Nürnb. 1780.

Quelle:
Pierer's Universal-Lexikon, Band 7. Altenburg 1859, S. 384.
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Glaser, Hermann

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