Gripsholm

[655] Gripsholm, königliches Schloß u. Gut in Nyköpings Län (Schweden), nahe bei Mariefred, auf einer Landspitze gelegen, die von zwei mit einander verbundenen Inseln im Mälarsee gebildet wird. G. wurde von Bo Jonsson Grip, zu König Albrechts Zeit, angelegt; seine Wittwe trat es an die Königin Margaretha ab, welche den Ort sehr befestigte. Später wurde es wieder Privateigenthum, bis es als Erbschaft an Gustav I. kam, welcher 1537 auf den Ruinen ein neues u. befestigtes Schloß aufführen ließ. Her ließen die Könige Erich XIV. u. Johann einander gegenseitig einkerkern; auch andere vornehme. Gefangene wurden darin eingesperrt. Unter König Gustav III. wurde das Schloß bedeutend verschönert, u. dieser König hielt sich hier am liebsten auf; in dem sogenannten Königinflügel richtete er ein Theater ein. König Gustav IV. saß hier längere Zeit gefangen. Das Schloß enthält eine Bibliothek, eine Rüstkammer u. eine große Sammlung fürstl. Portraits, historischer Curiosa u. Alterthümer. Vgl. J. Günther, Das schwedische Schloß G., Eisenb. 1842.

Quelle:
Pierer's Universal-Lexikon, Band 7. Altenburg 1859, S. 655.
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