Gyllenborg

[804] Gyllenborg, gräfliche Familie in Schweden, stammt von einem deutschen Apotheker u. Astrologen, Wolimhaus, welcher sich um 1640 in Upsala niederließ: 1) Jakob, jüngerer Sohn desselben, wurde in den Grafenstand erhoben u. unterstützte als Reichsrath Karl XI. bei Ausführung der Reductionsverordnung der adeligen Güter; er st. 1701. 2) Graf Karl, Sohn des Vor., geb. 1679, Begleiter Karl XII. auf dessen ersten Feldzügen, Legationssecretär, wurde als schwedischer Gesandter in England 1717 wegen angeschuldigter Theilnahme an den Plänen des Freiherrn Görz gegen Hannover verhaftet, aber nach drei Monaten frei gegeben; 1739 gewann er, an der Spitze der Hüte (Gyllenborgsche [804] Partei) stehend, den Sieg über die Mützen (Hornsche Partei) u. st. 1746 als Reichsrath u. Kanzler der Universität von Upsala. 3) Gustav Friedrich, geb. 1731, schwedischer Staatsmann u. Dichter, ausgezeichnet durch schönen Versbau u. edle Sprache; er st. 1808 u. schr.: Vår-Sommar-Höst-och Vinterquäde; Menniskans Nöjen och Eilände; Afskedet of Ungdomen; Ordet öfver själens styrka; die Satyre Verldsföraktaren u. Över mina vänner, das Epos Tåget öfver Bält; seine Theaterstücke (Stockh. 1797) sind weniger gelungen. Seine Gedichte mit denen von Creutz, ebd. 1821.

Quelle:
Pierer's Universal-Lexikon, Band 7. Altenburg 1859, S. 804-805.
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