Jeu

[810] Jeu (fr., spr. Schöh), Spiel. J. de la bourse (spr. Schöh d'la burs), Börsenspiel, s.u. Börse IV. J. de l'homme d'Auvergne (spr. Schöh de lomme Dowernj), Kartenspiel, s. Auvergne. Mehrzahl Jeux, so Jeux d'esprit (fr., spr. Schö d'Esprih), Gesellschaftsspiele, bei denen irgend eine geistige Kraft, z.B. Errathen etc., in Anspruch genommen wird. Jeux floraux (spr. Schö floroh, Blumenspiele), poetische Wettkämpfe, die jährlich in Toulouse gefeiert u. bei welchen für Gedichte u. prosaische Aufsätze Preise (goldene u. silberne Blumen, Veilchen, Lilie; Tausendschön, wilde Rose, Ringelblume) vertheilt wurden; schon 1324 von sieben Bürgern von Toulouse (Sept Trobadors de Tolosa, welche 1325 die Gesellschaft Consistori de la gaya sciensa gründeten) gestiftet, später durch eine reichliche Stiftung der Clemence Isaure glänzender gemacht u. die Schiedsrichter 1694 zu einem Collegium u. die Gesellschaft zu einer Akademie unter dem Namen Académie des jeux floraux erhoben, vgl. Akademie. Durch die Revolution unterbrochen, begannen sie 1806 wieder.

Quelle:
Pierer's Universal-Lexikon, Band 8. Altenburg 1859, S. 810.
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