Kaleidoskōp

[232] Kaleidoskōp (v. gr.), von Brewster 1817 erfundene optische Spielerei, die blos durch einfache Aneinanderfügung zweier länglich rechtwinkeliger 5–10 Zoll langer Spiegelgläser, durch Reflexion eines Gesichtsgegenstandes denselben mehrfach zur Anschauung bringt, aber dabei immer in einer regelmäßigen gefälligen Zustammenstellung, so daß er mit seinen Abbildern ein Ganzes zu machen scheint. Die in eine solche Stellung gegen einander gebrachten Spiegelplatten werden in eine cylindrische Röhre gebracht; an dem einen Ende der Röhre befindet sich ein Boden mit einer kleinen Öffnung für das Hineinsehen mit einem Auge; das andere Ende ist mit einem doppelten Glasboden verschlossen, in dessen Zwischenraum bunte, am besten durchsichtige od. durchscheinende Gegenstände gebracht werden, als bunte Glasstückchen, Insectenflügel, Blüthentheile u. dgl. Durch die erstere Öffnung hineinsehend, erblickt man nun am Ende der Röhre einen Lichtkreis, der von einem Mittelpunkt aus in so viel Fächer getheilt ist, als wie vielmal der Winkel der Reflectoren in 360° des Cirkels enthalten ist. Was sich also in diesem Raume als einfacher Gesichtsgegenstand darbietet, vermehrt sich im Kreis herum symmetrisch zusammengefügt nun eben so viel Mal u. nimmt beim Drehen des K-s immer neue, durch Regelmäßigkeit u. Gruppirung ansprechende Formen an.

Quelle:
Pierer's Universal-Lexikon, Band 9. Altenburg 1860, S. 232-233.
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232 | 233
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