Memling

[118] Memling (nach Andern Hemling genannt, nach Älteren Memmelinck, ital. Memelino), Hans, geb. (wahrscheinlich) in Damm bei Brügge zu Anfang des 15. Jahrh.; einer der berühmtesten Maler der Altflandrischen Schule u. muthmaßlich Schüler des Rogier von Brügge. Er diente als Soldat unter Karl dem Kühnen, focht 1477 bei Nancy mit u. kam nach dieser Schlacht verwundet nach Brügge, wo er im St. Johannishospital bei den Ursulinerinnen Hülfe fand. Hier soll er seine Hauptwerke ausgeführt haben, wenigstens besitzt das Kloster noch jetzt vorzügliche Arbeiten von ihm. Wahrscheinlich war er auch in Italien. Er lebte noch 1499 u. soll seine letzten Jahre in Spanien zugebracht haben. Hauptwerke: Das große Johannisbild (die Vermählung der Katharina) u. der Reliquienkasten der Sta. Ursula, mit vielen Darstellungen aus deren Leben u. Leiden, beide im Johannishospital in Brügge; Die sieben Leiden u. sieben Freuden der Maria, in der Pinakothek zu München; auch lieferte er viele mit Miniaturen verzierte Manuscripte, von denen sich bes. ein Breviarium auf der Marcusbibliothek in Venedig auszeichnet. 1858 wurde in Brügge seine Statue aufgestellt.

Quelle:
Pierer's Universal-Lexikon, Band 11. Altenburg 1860, S. 118.
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