Palembang

[569] Palembang, 1) ein ehemaliges Königreich im südlichen Theile der Nordostseite von Sumatra, welches früher einen der mächtigsten Staaten Sumatras bildete, dessen malayischer Sultan aber in Folge von Streitigkeiten, welche er mit den Holländern hatte, 1821 von diesen nach langem Kampfe besiegt u. abgesetzt wurde. Das Sultanat wurde in eine niederländische Residentschaft verwandelt u. verschiedene andere Fürstenthümer, welche die Oberhoheit des Sultans von P. anerkannt hatten, wie der Gebirgsdistrict von Passumah im Inneren, u. das Land der Redschang, welche unter mehren Häuptlingen stehen, zu Vasallen der Holländer erklärt, so daß die ganze Residentschaft ein Areal von 2556, 4 QM. mit 471,060 Ew. (Ende 1858) umfaßt. Unter Letzteren befinden sich unter den eingeborenen Völkerschaften viele Malayen, dann Javanen, Bugis, Chinesen u.a.; Haupthandelsproducte sind Pfeffer u. Zinn (von der Insel Banka, s.d.); 2) Hauptstadt der Residentschaft gleiches Namens, am Flusse Palembang od. Musi, welcher in die Bai von P. der Bankastraße mündet, fast ganz auf Pfählen erbaut; mit 25–30,000 Ew. u. ansehnlichem Handel; Palast (Dalan) des ehemaligen Sultans u. Fort mit niederländischer Besatzung.

Quelle:
Pierer's Universal-Lexikon, Band 12. Altenburg 1861, S. 569.
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