Pyrrhĭche

[722] Pyrrhĭche (gr. Ant.), ein von seinem Erfinder Pyrrhĭchos (nach Ein. einem Kreter, nach And. einem Spartaner) genannter Waffentanz; wurde ursprünglich in Kreta von den Kureten an Festtagen zur Belustigung der Zuschauer aufgeführt, in Griechenland, bes. in Sparta, als Vorübung des Krieges gehalten. Zwei Reihen bewaffneter Männer (Pyrrhichistai), sich gegenüberstehend, machten alle vorsichtigen Wendungen, um Schlägen u. Stößen auszuweichen, beugten aus, zogen sich zurück, schwangen sich in die Höhe, fielen zur Erde; auf der anderen Seite stellten sie alle Bewegungen der Angreifenden dar, den Wurf des Pfeiles, das Schleudern des Wurfspießes, den Hieb mit dem Schwert. In Sparta wurde die P. bes. an dem Feste der Gymnopädien, in Athen von den Epheben an den Panathenäen aufgeführt; die Ausstattung der P. war in letzter Stadt eine der Leistungen der Choregie. In späterer Zeit war die P. in Griechenland mehr ein theatralischer Tanz u. stellte die Thaten des Bakchos dar. Dieser Waffentanz findet sich auch in Asien u. zur Kaiserzeit in Rom, wo ihn Knaben tanzten; nach Lukian ließ ihn in Ägypten ein König von abgerichteten Affen tanzen.

Quelle:
Pierer's Universal-Lexikon, Band 13. Altenburg 1861, S. 722.
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