Schams [1]

[88] Schams (Vallis sex amnium, ital. Sessame von den 5 Bächen u. dem Rhein, die das Thal bewässern), Kreis u. Thal (Schamserthal) im Bezirk Hinterrhein des Schweizercantons Graubündten, erstreckt sich von der Öffnung der Via mala dei Tusis an beiden Seiten des Hinterrheins gegen Osten bis zum Ferrera-, gegen Süden bis zum Rheinwaldthal, 41/2 Stunde lang u. 1/4 Stunde breit bin, mit grünen Matten u. vielen Schlössern; Roggen, Gerste, Hanf, Kartoffeln, Reichthum an Silber-, Eisen- u. Bleierzen in den Bergen; die 1700 romanisch redenden reformirten Einwohner ernähren sich von Viehzucht, Alpenwirthschaft, Land- u. Bergbau u. Durchfuhr. Im 13. Jahrh. besaßen das Thal die Freiherrn von Vaz als bischöfliches Lehn; von diesen kam es an die Grafen v. Werdenberg, dann 1456 an den Bischof von Chur. von dem sich die Ew. 1458 freikauften.

Quelle:
Pierer's Universal-Lexikon, Band 15. Altenburg 1862, S. 88.
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