Main-Neckarbahn

[242] Main-Neckarbahn. Diese führt von Frankfurt a. M. über Darmstadt nach Heidelberg mit Abzweigung Friedrichsfeld-Schwätzingen und liegt mit 6∙33 km auf preußischem, mit 49∙37 km auf hessischem und mit 38∙78 km auf badischem Gebiet. Sie dient in hervorragendem Maße dem Durchgangsverkehr zwischen Nord- und Mitteldeutschland einerseits, Südwestdeutschland, Schweiz und Italien anderseits.

Die M. wurde 1843/46 von Hessen, Baden und Frankfurt a. M. als Staatsbahn erbaut und von einer gemeinschaftlichen Direktion in Darmstadt verwaltet. Zufolge des Staatsvertrags vom 14. Dezember 1901 zwischen Preußen, auf das 1867 der Anteil von Frankfurt a. M. überging, Baden und Hessen wird die M. ab 1. Oktober 1902 durch die kgl. preußische und großherzoglich hessische Eisenbahndirektion in Mainz verwaltet.


Die Anteile Badens an den Verkehrseinnahmen für die auf badischem Gebiet liegenden Strecken werden nebst einem als Ersatz für sonstige Betriebseinnahmen bestimmten Zuschlag Baden zugewiesen, der Rest verbleibt der preußisch-hessischen Gemeinschaft. Als Anteil an den Ausgaben der M. hat Baden der letzteren einen Prozentsatz von den nach vorstehendem berechneten badischen Einnahmen zu erstatten, der sich aus dem jeweiligen Verhältnis der Jahresausgaben zu den Jahreseinnahmen der Gemeinschaft ergibt. Der Anteil Badens an den Reineinnahmen der M. betrug 1912 876.299 M. (vgl. Badische Staatseisenbahnen, Hessische und Preußische Eisenbahnen).

Literatur: Scheyer, Geschichte der Main-Neckar-Bahn. Darmstadt 1896 u. Ztg. d. VDEV. 1902.

Quelle:
Röll, Freiherr von: Enzyklopädie des Eisenbahnwesens, Band 7. Berlin, Wien 1915, S. 242.
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