Pflügen

1. Das Pflügen im Sommer ist besser als Dünger.


2. Der eine pflügt, der andere mähet, und keiner weiss, wer's in die Scheuer fährt.

Schwed.: Den ene plöjer, den andre sår och ingendera wet hwem det får. (Wensell, 13.)


3. Der eine pflügt, der andere säet, der dritte kommt und mäht.

Dän.: En pløjer, en ander saaer, den tredie veed ei hvo det faaer. (Prov. dan., 456.)

Schwed.: Den ena plöjer, den andra såår, den tredie weet intet hvem det får. (Grubb, 79.)


4. Er wird so lange pflügen, bis er nicht mehr wird eggen können.Laus. Magazin, XXX, 252.

Er verbringt die Zeit mit Vorbereitungen.


5. Es ist gut pflügen, wenn der Acker gereinigt ist.Petri, II, 264; Luther, 19.


[1334] 6. Je besser man pflügt, je reicher man fährt.

Je besser man den Boden bearbeitet, je reicher ist die Ernte.

Span.: Ara bien y hondo, cogerás pan en abondo. (Bohn I, 202.)

7. Je mehr man pflügt, desto blanker wird das Eisen.


8. Man muss pflügen mit den Ochsen, die man hat.

Dän.: Man pløjer med de øxen man har. (Prov. dan., 456.)


9. Pflügen und nicht säen, lesen und nicht verstehen, ist halb müssig gehen.Körte, 4800; Simrock, 7911; Braun, I, 3310.

»Wer die Lehren der Weisheit hört, ohne sie im Leben anzuwenden, der ist wie ein Mann, welcher sein Feld bestellt, ohne zu säen.«

Lat.: Legere et non intelligere est quasi negligere.

Schwed.: Att läsa och inte förstå, är at plöja och inte så. (Marin, 5; Wensell, 8.)


10. Wer pflügen will mit bösen Frauen, der wird viel krumme Furchen schauen.Petri, II, 747.


11. Wer pflügt, verarmt nicht; wer stiehlt, wird nicht reich. (Lit.)


12. Wer tief pflügt, muss tief düngen.Dr. Allihn.

Spruch der neuern rationellen Landwirthe.


13. Wer übel pflügt, muss schlecht ernten. Winckler, XVIII, 4.

Dän.: Hvo som pløjer nær solen (øverligt) skal høste nær jorden. (Prov. dan., 456.)


14. Zwischen Pflügen und Pflügen ist ein Unterschied.

Nicht jeder ist ein guter, geschweige ein vollkommener Landwirth, der eine gerade Furche ziehen und eine Wiese mähen kann.


*15. Er pflügt den Sand. (S. Misten 5.) – Waldis, IV, 95, 174.


*16. Möt dem mot man plöge wi möt em Osse. Frischbier2, 2932.

Von einem, der schwer begreift.


[Zusätze und Ergänzungen]

17. Einer pflügt, der andere erntet.


Quelle:
Karl Friedrich Wilhelm Wander (Hrsg.): Deutsches Sprichwörter-Lexikon, Band 3. Leipzig 1873.
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