Jülich

[908] Jülich, ehemal. Herzogtum in der preuß. Rheinprovinz, auf dem linken Rheinufer, 4130 qkm, ca. 400.000 E., ward 1356 von einer reichsunmittelbaren Grafschaft zum Herzogtum erhoben. Der letzte männliche Sprosse des das. regierenden Hauses der Gerhardinger, Wilhelm IV. (VIII.), hinterließ 1511 das Land, mit dem 1348 die Grafsch. Berg vereinigt worden, seiner Erbtochter Marie, der Gattin Johanns des Friedfertigen, Herzogs von Cleve. Nach dem Aussterben des cleveschen Hauses begann 1609 der sog. J.-Clevesche Erbfolgestreit, der 1614 im Vergleich von Xanten, endgültig aber erst 1666 im Vertrag von Cleve darin beigelegt ward, daß Sachsen die Titel, Kurbrandenburg Cleve nebst Mark und Ravensberg, Pfalz-Neuburg das Hzgt. J. nebst Berg erhielt. 1742 gelangte J. an die Pfalz-Sulzbachische, nachmals kurbayr. Linie, 1814 an Preußen.

Quelle:
Brockhaus' Kleines Konversations-Lexikon, fünfte Auflage, Band 1. Leipzig 1911., S. 908.
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