Arsenius

[272] Arsenius, früher Mönch auf dem Athos, 1254 Patriarch von Konstantinopel, seit 1259 Vormund des minderjährigen Thronerben Johann Laskaris; dieser wurde von seinen Verwandten, dem einstweiligen Regenten Michael Paläologus geblendet, und A. verhängte nun über den Usurpator die Excommunication. Weder Drohungen, noch Bitten, noch Versprechen erschütterten den standhaften Prälaten, und als ihn der Kaiser durch eine Synode absetzen ließ, so ging er ruhig in die Verbannung auf eine Insel der Propontis (Marmorameer), wo er 1267 st. Sein zweiter Nachfolger indessen, der Patriarch Joseph, sprach den Kaiser los, allein nun entstand ein heftiger Streit unter der griech. Geistlichkeit, indem ein großer Theil die Giltigkeit der von A. verhängten Excommunication behauptete (Arseniten). Der Streit endete 1312, nachdem der Patriarch und der Kaiser längst todt waren, mit dem Sieg der Arseniten; A. wurde heilig erklärt, sein Leichnam in dem Sanctuarium der Sophienkirche beigesetzt und allgemeiner Buß- und Bettag zur Sühne des begangenen Unrechts angeordnet.

Quelle:
Herders Conversations-Lexikon. Freiburg im Breisgau 1854, Band 1, S. 272.
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