Egede

[501] Egede, Familienname der Bekehrer Grönlands. – E., Hans, geb. 1686 in Norwegen, Hauptprediger zu Vogen im Stifte Drontheim, suchte 1721 als Missionär das seit dem 14. Jahrh. verschollene Grönland auf, gründete daselbst mit seiner Gattin eine lutherische Colonie von Eingebornen, zog sich nach 15 Jahren auf die dän. Insel Falster zurück und st. 1758 als Superintendent der grönländischen Mission. An ihn erinnert die Colonie Egedesminde (Egedesandenken). – E., Paul, ältester Sohn des Vorigen, trat in die Fußtapfen des Vaters, wurde Bischof von Grönland und st. 1789. Auch sein Sohn, Hans E. Saabye, setzte das Missionswerk fort. Hans E. hinterließ seine Missionsgeschichte (deutsch übersetzt Hamburg 1748) nebst einer Beschreibung Grönlands (deutsch von Krünitz, Berlin 1763); sein Sohn vollendete die Uebersetzung des N. T., übersetzte die Nachfolge Christi ins Grönländische und schrieb einen Katechismus in dieser Sprache; der Enkel lieferte: »Brudstykke of en Dagebog, holden i Grönland« 1770–78.

Quelle:
Herders Conversations-Lexikon. Freiburg im Breisgau 1854, Band 2, S. 501.
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