[21.]

[54] Wer zeygen důt eyn gůte stroß

Vnd blibt er jn dem pfütz vnd moß

Der ist der synn vnd wißheit bloß


21. vo stroffe vnd selb tun

vō stroffē vnd selb tun

Der ist eyn narr der stroffen will

Das jm zů tůn nit ist zů vil

Der ist eyn narr vnd vngeert

Der alle sach zům bösten kert

Vnd yedem ding eyn spett anhenckt

Vnd nit syn eygnen bresten denckt

Ein hant die an dem wägscheid stat

Die zeygt eyn weg / den sie nit gat[55]

Wer jn sym oug eyn trotboum trag

Der tüg jn druß / ee dann er sag

Brůder / hab acht / ich sieh an dir

Ein äglin die mißfallet mir

Es stat eym lerer vbel an

Der sunst kan stroffen yederman

Wann er das laster an jm hat

Das vbel ander lüt an stat /

Vnd das er lyden můß den spruch

Herr artzt důnt selber heylen üch

Mancher kan ratten ander lüt

Der jm doch selb kan raten nüt

Als Gentilis vnd Mesue

Der yeder starb am selben we

Des er meynt helffen yederman

Vnd aller meyst geschriben von /

Eyn yedes laster das geschieht

So vil schynbarer man das sieht

So vil / als der wurt höher geacht

Der sollichs laster hat volbraht

Dů vor die wergk / dar noch die lere

Wilt du verdienen lob vnd ere

Das volck von jsrahel hatt synn

Stroffen die sün Benyamyn

Vnd lagen sie dar nyder doch

Dann sie jn sünden worent noch


Quelle:
Sebastian Brant: Das Narrenschiff, Basel 1494, S. 54-56.
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Das Narrenschiff: Mit allen 114 Holzschnitten des Drucks Basel 1494
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Das Narrenschiff: Nach der Erstausgabe (Basel 1494) mit den Zusätzen der Ausgaben von 1495 und 1499 sowie den Holzschnitten der deutschen Originalausgaben (Neudrucke Deutscher Literaturwerke)
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