[23.]

[58] Wer meynt das jm gantz nütz gebrest

Vnd er glück hab vffs aller best

Den trifft der klüpfel doch zů lest


23. vo vberhebug glucks

vō vberhebūg glucks

Der ist eyn narr der rümen gtar

Das jm vil glücks zů handen far

Vnd er glück hab jn aller sach

Der wardt des schlegels vff dem tach

Dann glücksal der zergenglicheyt

Eyn zeychen ist vnd vnderscheyt

Das got des menschen sich verrůcht

Den er zů zytten nit heymsůcht[59]

Im spruchwort mā gemeynlich gyecht

Eyn fründt den andern offt besiecht

Eyn vatter strofft offt synen sůn

Das er vorcht hab / vnd recht ler tůn

Eyn artzt / gibt sur vnd bitter trangk

Do mit dest ee genäß der krangk

Eyn scherer meisselt / schnydt die wund

Do mit der siech bald werd gesunt /

We we dem krancken wann verzagt

Der artzt / vnd er nit strofft / noch sagt

Das solt der siech nit han geton /

Er solt das / vnd das han gelon /

Sunder er spricht / gent jm recht hyn

Als das er wil / vnd glustet jn /

Als wän der tufel bschissen wil

Dem gibt er glück / vnd richtum vil

Gedult ist besser jn armůt

Dann aller welt glück / richtům / gůt /

Sins glücks sich nyemans vberhab

Dann wenn gott will / so nymbt es ab /

Eyn narr ist / wer do schryget dyck

O glück wie loßtu mich / o glück

Was zychstu mich / gib mir so vil

Das ich eyn narr blib noch eyn wil

Dann grosser narren wurden nye

Dann die allzyt glück hatten hye


Quelle:
Sebastian Brant: Das Narrenschiff, Basel 1494, S. 58-60.
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