[42.]

[102] Es ist der narren gůt entbern

Die allzyt mit steyn werffen gern

Vnd went keyn straff vnd wyßheyt lern


42. Von spott vogelen

Von spott vogelen.

Ir narren / wellen von mir leren

Anfang der wyßheyt / vorcht des herren

All kunst der heilgen ist gespreit

In den weg / der fürsichtikeyt

Von wyßheyt würt der mensch geert

Von jr all tag' / vnd jor gemert

Eyn wyser ist nütz der gemeyn

Eyn narr syn kolben dreitt alleyn[103]

Vnd mag vor wyßheyt hören nitt

Er spott der wysen zů aller zyt

Wer eyn spott vogel leren will

Der macht jm selbst gespöttes vil

Wer strofft eyn boßhafftigen man

Der henckt jm selbst eyn spätlin an

Eyn wysen stroff / der hört dich gern

Vnd yllt / von dir me wyßheyt lern

Wer eyn gerechten stroffen důt

Der hat von jm syn stroff für gůt

Der vngerecht geschändet vil

Vnd würt doch selbst geschänt bywil

Der häher eyn spottvogel ist

Vnd ist doch vil / das jm gebrist

Wann man eyn spötter würfft für thür

So kumbt mit jm / all spott hyn fůr

Vnd was er zanck vnd speywort tribt

Das selb dann vor der türen blybt

Hett Dauid nit syn selbs geschont

Nabal wer syns gspöts gelont /

Sannabalath syn spottes ruwt

Do man die mur Hierusalem buwt

Die kynd wurdent von Beren gdöt

Die glatzeht schulten den prophet

Semey hat noch gar vil sün

Die gern mit steynen werffen tün


Quelle:
Sebastian Brant: Das Narrenschiff, Basel 1494, S. 102-104.
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