Achtes Kapitel

[46] Man sollte denken, daß nach allen

Verdrüssen, welche vorgefallen,


Am Ende dieser gute Knabe

Vor Süßigkeiten Abscheu habe!


Ach nein! – Schon spekuliert der Tropf

Auf Vater Dralles Honigtopf,

Der, wie er weiß, auf einem Brett

Dicht über dessen Bette steht. –


Achtes Kapitel

Als heut nun Dralle lag und schlief,

So gegen zehn recht fest und tief,


Da ist's ihm so, als ob was rauscht. –

Hans Dralle spitzt das Ohr und lauscht.


Achtes Kapitel

Achtes Kapitel

[46] Ha! schleicht nicht dort aus jener Tür

Ein greulich Phänomen herfür??!!


Achtes Kapitel

In seinen Augen kann man's lesen:

Dies ist fürwahr kein menschlich Wesen!!


Achtes Kapitel

[47] Ein Quadruped ist hier zu schauen,

Ein Flügeltier mit Schweif und Klauen.


Achtes Kapitel

Hans Dralle steht das Haar nach oben,

Die Zipfelhaube wird gehoben.


Achtes Kapitel

[48] Schon kommt's mit fürchterlichen Sprüngen,

Den Bienenvater zu verschlingen.


Achtes Kapitel

Und dumpf ertönt's wie Geisterstimmen:

»Hans Dralle, kiek na dinen Immen!«


Achtes Kapitel

[49] Es hebt sich auf die Hintertatzen,

Man hört es an den Wänden kratzen.

Achtes Kapitel

Gottlob! jetzt kehrt es wieder um!

Hans Dralle ist vor Schrecken stumm.


Achtes Kapitel

[50] Ihm hängt der Schweiß an jedem Haar,

Bis das Phantom verschwunden war.


Achtes Kapitel

Bald drauf sitzt der Eugen zu Haus

Und schleckt den Topf voll Honig aus.
[51]

Quelle:
Wilhelm Busch: Werke. Historisch-kritische Gesamtausgabe, Bde. I-IV, Band 2, Hamburg 1959, S. 46-52.
Lizenz:

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