Viertes Kapitel

Viertes Kapitel

[30] Wie lieb erscheint, wie freundlich winkt

Dem Dichter, der noch etwas hinkt,

Des Dörfleins anspruchloses Bild,

In schlichten Sommerstaub gehüllt.


Viertes Kapitel

Hier reitet Jörg, der kleine Knabe,

Auf seinem langen Hakenstabe,

Die Hahnenfeder auf der Mütze,

Kindlich naiv durch eine Pfütze.[30]

Dort mit dem kurzen Schmurgelpfeifchen

Auf seinem trauten Düngerhäufchen

Steht Krischan Bopp und füllt die Luft

Mit seines Krautes Schmeichelduft.


Viertes Kapitel

Er blickt nach Rieke Mistelfink,

Ein Mädel sauber, stramm und flink.

Sie reinigt grad den Ziegenstall;

Und Friede waltet überall.[31]

Sofort im ländlichen Logis

Geht Bählamm an die Poesie.

Er schwelgt im Sonnenuntergang,


Viertes Kapitel

Er lauscht dem Herdenglockenklang,

Und ahnungsfroh empfindet er's:

Glück auf! Jetzt kommt der erste Vers![32]

Klirrbatsch! Da liegt der Blumentopf.

Es zeigt sich ein gehörnter Kopf,

Das Maulwerk auf, die Augen zu,

Und plärrt posaunenhaft: Ramuh!!


Viertes Kapitel

Erschüttert gehen Vers und Reime

Mitsamt dem Kunstwerk aus dem Leime.

Das tut die Macht der rauhen Töne.


Viertes Kapitel

Die Sängerin verläßt die Szene.
[33]

Quelle:
Wilhelm Busch: Werke. Historisch-kritische Gesamtausgabe, Bde. I-IV, Band 4, Hamburg 1959, S. 30-34.
Lizenz:

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