Calciumphosphate

[418] Calciumphosphate, phosphorsaure Kalke.

Das neutrale oder tertiäre Calciumphosphat Ca3(PO4)2 ist das wichtigste der drei eigentlichen Phosphate des Calciums. Es bildet entweder ein weißes amorphes Pulver oder dichte erdige und kristallinische Massen, in Wasser unlöslich, in Säuren unter Bildung des primären Salzes löslich. Das neutrale Phosphat kommt in mächtigen Minerallagern als Apatit und Phosphorit natürlich vor und bildet außerdem den Hauptbestandteil der Tierknochen und den Hauptanteil der mineralischen Bestandteile tierischer Abfälle (Faeces, Guano) u.s.w. Auch in Pflanzen ist es enthalten, wird daraus aber nicht gewonnen. Wohl aber liefert die Eisenindustrie große Mengen dieses Phosphates, die sogenannte Thomasschlacke, als Abfallprodukt bei der Entphosphorung des Roheisens.– Letztere findet in feinpulverisiertem Zustande direkt als Düngemittel Anwendung. Die übrigen Phosphate bilden den Rohstoff für die Superphosphate oder künstlichen Dünger und die Phosphorfabrikation.

Das sekundäre Phosphat CaHPO4, ein weißes, in Wasser ebenfalls unlösliches Pulver, wird meist als Nebenprodukt bei der Reinigung der Knochenkohle dargestellt. Nach der Verkohlung der Knochen zum Zwecke der Gewinnung von Knochenkohle wird das ebenfalls mit in den Knochen vorhandene und in die Kohle übergegangene neutrale Calciumphosphat durch Salzsäure ausgelaugt; es geht hierbei in primäres, in Wasser lösliches Phosphat über (s. unten). Die so erhaltene Lösung wird nun dadurch wieder nutzbar gemacht, daß sie mit gelöschtem Kalk bis zur Bildung von sekundärem Phosphate versetzt wird:

Ca(H2PO4)2 + Ca(HO)2 = 2CaHPO4 + 2H2O.

Dieses fällt als weißes Pulver aus und dient nach dem Auswaschen, Filtrieren und Trocknen als Zusatz zum Viehfutter.

Das primäre Phosphat Ca(H2PO4)2 ist ein in Wasser leicht lösliches, schwer als solches trocken zu erhaltendes Produkt. Es bildet sich bei der Behandlung des neutralen Phosphates mit Säuren Ca3(PO4)2 + 2H2SO4 = Ca(H2PO4)2 + 2CaSO4 ist der wesentlichste Bestandteil der als Superphosphate bekannten künstlichen Dünger und ein Zwischenprodukt bei der Phosphorfabrikation.

Bujard.

Quelle:
Lueger, Otto: Lexikon der gesamten Technik und ihrer Hilfswissenschaften, Bd. 2 Stuttgart, Leipzig 1905., S. 418.
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