Altaier

[379] Altaier, eine vom Ochotskischen Meer bis zum europäischen Lappland reichende Völkergruppe, die Tungusen, wahre Mongolen, Türken, Finnen und Samojeden umfaßt. Die Hautfarbe ist Gelb oder Gelbbraun, das Kopfhaar walzenförmig, straff und schwarz, Bart- und Leibeshaar spärlich, die Augen sind meist schief gestellt, die Jochbeine stark vorspringend, die Nase platt, der Schädel sehr breit und auffallend niedrig. Je weiter nach W., desto weniger rein erscheinen die mongolischen Merkmale. Der Sprachbau der A. ist in den Hauptzügen völlig übereinstimmend. Die Sinnbegrenzung erfolgt durch Suffixe; Präfixe werden nicht geduldet. Mehr oder weniger strenge Wohllautgesetze sind allen diesen Sprachen eigentümlich. Zwei Konsonanten dürfen nie ein Wort beginnen oder schließen, und der Stammvokal bestimmt den Endungsvokal. Vgl. Castrén, Ethnologische Vorlesungen über die altaischen Völker (Petersb. 1857).

Quelle:
Meyers Großes Konversations-Lexikon, Band 1. Leipzig 1905, S. 379.
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