Brustbein

[510] Brustbein (Sternum), ein flacher Knorpel oder Knochen in der Mittellinie der Brust zur Verbindung der Rippen an ihren Brustenden. Es fehlt den Fischen gänzlich, ist bei den Amphibien verhältnismäßig schwach entwickelt, bei den Reptilien oft paarig, bei den Vögeln meist sehr groß und zum Ansatz der mächtigen Flugmuskeln mit einem unpaaren Knochenkamm, der crista sterni, versehen. Bei den Säugetieren erscheint es in mehrere hintereinander liegende Stücke geteilt. Beim Menschen (s. Tafel »Skelett I« und »Eingeweide I«) ist das B. nur im hohen Alter gänzlich verknöchert; sonst sind an ihm drei durch Knorpel verbundene Stücke erkennbar: der Griff (manubrium), in dem Schlüsselbein und erste Rippe eingelenkt sind; der Körper (corpus) mit jederseits sechs knorpeligen Einschnitten für die Enden von ebensoviel Rippen; der ein- oder zweispitzige Schwertfortsatz (processus xiphoides), der frei in die Bauchmuskulatur hineinragt. Zwischen B. und Schlüsselbein ist bei vielen Wirbeltieren noch ein besonderes Knorpel- oder Knochenstück, das Episternum, eingeschaltet, das beim Menschen bis auf eine einfache Knorbelplatte (Zwischenknorpel) rückgebildet ist.

Quelle:
Meyers Großes Konversations-Lexikon, Band 3. Leipzig 1905, S. 510.
Lizenz:
Faksimiles:
Kategorien:
Ähnliche Einträge in anderen Lexika