Bundeslade

[600] Bundeslade (hebr. Aron Hab'rith und Aron Haëduth), der heilige Schrein der Israeliten, in dem die zwei Bundestafeln mit den zehn Geboten aufbewahrt wurden. Die B. samt den zu ihr gehörigen Tragstangen war aus Akazienholz angefertigt,[600] 1.76 m lang und 1 m breit und hoch, inwendig und auswendig mit Gold überzogen; der Deckel, eine massiv goldene Platte, auf der zwei Cherubim standen, hieß Kapporeth und galt als Ort der Gegenwart Gottes. Auf ihn sprengte daher der Hohepriester das Blut des Versöhnungsopfers. Der Anblick der B. war jedermann verboten (1. Sam. 6,19; 2. Sam. 6,6 u. 7). Auf dem Zuge wurde sie mit Decken umhüllt. Ihr Standort war das Allerheiligste der Stiftshütte (von Josua bis Samuel in Schilo), später des ersten Tempels. Als Unterpfand der Gegenwart Gottes ward sie einmal mit in den Krieg genommen und von den Philistern erbeutet, aber zurückgegeben. David schuf ihr in Jerusalem eine dauernde Stätte, und Salomo bestimmte das Allerheiligste des von ihm erbauten Tempels zu ihrem Standort. Bei der Zerstörung Jerusalems durch Nebukadnezar (586 v. Chr.) ging auch die B. verloren; sie fehlte daher im zweiten Tempel. Eine jüdische Sage über den Verbleib der B. wird 2. Makk. 2,4ff. erzählt.

Quelle:
Meyers Großes Konversations-Lexikon, Band 3. Leipzig 1905, S. 600-601.
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