Blei (das)

1. Blei und Eisen muss den Kupferschmied speisen. – Simrock, 6107; Kirchhofer, 223; Körte, 644.


2. Englisches Blei kauft man für Stahl. – Sprichwörtergarten, 430.

Gegen die verderbliche Ausländerei der Deutschen.


3. Je weisslicher das Blei ist, desto mehr rechnet es sich zum Silber. – Altmann V.


4. Ohn bley kan man kein ertz zu gut machen. – Henisch, 417.


5. Was als Blei geboren ist, schwimmt auch im Weltmeer nicht.


6. Was als Blei gegraben wird, macht kein Schmelzofen zu Silber. – Scheidemünze, II, 144.


7. Wem Blei an die Füsse gebunden ist, der tanzt schwer. – Scheidemünze, II, 144.


8. Wer Blei an den Füssen hat, tanzt schwer.


9. Wo Blei zerrinnt, da beugt sich nicht der Stahl. – Sprichwörtergarten, 237.

Ein geringer Unfall ist im Stande eine kleine Seele zu erdrücken, die grosse erliegt den gewaltigsten Schlägen des Misgeschicks nicht; Friedrich der Einzige war nie grösser als nach einer verlorenen Schlacht, wenn seine Feinde meinten, es sei aus mit ihm.


*10. Aus Blei Bratpfannen schmieden. – Scheidemünze, 144.


*11. Blei für Gold verkaufen. – Simrock, 1133.

Recht handgreiflich und in die Augen fallend betrügen.


*12. Einem ein Stück Blei in den Leib schicken.

Ihn erschiessen.


*13. Es ist Blei für altes Eisen.


[Zusätze und Ergänzungen]

*14. Das ist nicht von Blei.

Nicht werthlos, unrecht, falsch.


*15. Die Sach' ist im Blei (s. ⇒ Senkel).

In Reinem, in der Ordnung.


*16. Er hat Blei an den Füssen.

Holl.: Het is of hij lood in zijn schoe na heeft. (Harrebomée, II, 35.)


*17. Es liegt ihm wie Blei in den Gliedern. – Frischbier, I, 378.


*18. Ey, so schlag Bley hinein. – Schuppius, Trakt.


Quelle:
Karl Friedrich Wilhelm Wander (Hrsg.): Deutsches Sprichwörter-Lexikon, Band 1. Leipzig 1867.
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