Deckel

1. Der Deckel passt zur Schüssel.

Ung.: Cseréptálhoz fakanál. (Gaul, 280.)


2. Es ist kein deckel so gering, er schickt sich etwa auff ein ding.Henisch, 668.


3. Wenn der Deckel fest ist, gehen die Krebse nicht verloren.


*4. Den Deckel ânpolsen1. (Oberharz.) – Lohrengel, II, 146.

1) Verstohlen ansehen. – Todt sein.


[566] *5. Den Deckel aufschlagen, wenn das Kind in den Brunnen gefallen ist.

Auf den friesischen Uthlanden sagt man: »Lii de Lied üp, wan dit Jungen ön Suad fällen es.« Unter den friesischen Uthlanden begreift man die an der Westküste Schleswigs vom Festlande mehr oder weniger entfernt gelegenen Marschen: Nordstrand, Pelvorm, Föhr, Amrum und Sylt, nebst der Felseninsel Helgoland. Von 95 Kirchspielen, die sie gegen Ende des 13. Jahrhunderts umfassten, sind seitdem mehr als die Hälfte verschwunden. Im Jahre 1250 mag das Land etwa 50 Quadratmeilen umfasst haben, die um das Jahr 1600 auf 20, jetzt auf 16 Quadratmeilen zusammengeschmolzen sind. (Vgl. Chronik der friesischen Uthlande vom Lehrer C.P. Hansen auf Sylt, Altona 1856.)


*6. Den Deckel van de Pott bören (dûn). (Meurs.) – Firmenich, I, 406, 355.


*7. Den Deckel vom Hafen lupfen.Eiselein, 113.


*8. Es ist Deckel als Hafen.Eiselein, 113.

Lat.: Dignum patella operculum. (Philippi, I, 120.)


*9. Es ist ein Deckel für jeden Topf.

Kroat.: Ne budi svakom loncu zaklopac. (Haug.)


*10. I will d'r 'n Deig'l1 von Höf'n thanna2. (Franken.) – Frommann, VI, 166, 66; Grimm, II, 886, 3.

1) Deckel.

2) Vom Hafen, Topf thun. – Ich will dir reinen Wein einschenken.

Quelle:
Karl Friedrich Wilhelm Wander (Hrsg.): Deutsches Sprichwörter-Lexikon, Band 1. Leipzig 1867, Sp. 566-567.
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