Liebes

1. Bô me wot Lêwes hät, dô geit me noh. (Waldeck.) – Curtze, 329, 137.


2. De watt Lêves hett, de geit dernâ un de wat Sêres (Schmerzhaftes, Wundes) hett, de föhlt dernâ. (Oldenburg.) – Frommann, IV, 142, 335; Bueren, 192; Eichwald, 1168; Hauskalender, I.

Wer etwas Liebes bat, der geht, und wer was Wehes hat, der sieht oder fühlt danach. In Hannover: Wär wat Leives het, der geit dernâe; un wär wat Weies het, dä sät (oder foilt) dernâe. (Schambach, II, 583.) Um zu sagen, dass Personen, die sich liebhaben, jede Gelegenheit ergreifen, sich zu sehen.


3. Der mir Liebs thut, der macht mir Sorgen, wie ichs möcht vergelten morgen.Sutor, 304.

Lat.: Pondus curarum facit hic, qui dat mihi charum. (Loci comm., 59; Sutor, 304.)


4. Diar wat Lefs hea, di leapt 'r eftar; diar wat Siars hea, di felt 'r eftar. (Fries.) – Johansen, 152; Haupt, VIII, 354, 55.


5. Es geht so vil (mehr) liebs als schöns gheen kirchen.Franck, II, 68b; Egenolff, 61b; Gruter, I, 30; Petri, II, 246; Henisch, 1436, 11; Eiselein, 427; [174] Sailer, 169; Simrock, 6451; Winckler, X, 11; Reinsberg I, 56; Braun, I, 2355; Grubb, 354.

Weil jeder das, was er liebt, schön findet, wenn es auch eben nicht schön ist; so muss auch die Summe der Liebenden grösser sein als die der Schönen.

Holl.: Meer liefs dan schoons. (Harrebomée, II, 26.)

Lat.: Suum cuique pulchrum. (Eiselein, 427.)


6. Hast du was Liebes, so schweige davon.

Lat.: Non tutum est, quod ames laudare sodali. (Ovid.) (Philippi, II, 46.)


7. Je mehr liebes, je mehr leides.Petri, II, 394.


8. Liebes geht über Schönes.Eiselein, 427; Simrock, 6450; Körte, 3857; Venedey, 90; Reinsberg I, 56; Masson, 230; Braun, I, 2302.


9. Liebs sucht Liebs.Lehmann, II, 374, 95.


10. Liebs zeucht liebs.Franck, II, 56b.


11. Was einem am liebsten ist, das wird nicht alt.


12. Wer was liebs hat, der (sihets gern und) geht darnach.Petri, II, 776; Gruter, III, 112; Lehmann, II, 878, 259.


*13. Ich war egen was liebes sahn, 's rechte Oge krimmert mich goar.Gomolcke, 570.


[Zusätze und Ergänzungen]

14. Ehe ain liebs, kumend hundert laid.Zimmerische Chronik, IV.


15. Ein lieb sucht das andre gern.Hofmann, 33, 82.


Quelle:
Karl Friedrich Wilhelm Wander (Hrsg.): Deutsches Sprichwörter-Lexikon, Band 3. Leipzig 1873.
Lizenz:
Kategorien: