Himmel

[285] Himmel, der Raum, welchen das Auge in Form einer Wölbung über der Erdfläche erblickt und worin nicht nur diese selbst, sondern Sonne, Mond, die Planeten und das ungezählte Heer der Fixsterne schweben. Die Bläue des Himmels entsteht, nach der Lehre der neuern Physik, durch die Brechung der Strahlen des Sonnenlichtes. Sie sind es, welche dem Tageshimmel seine eigene Färbung geben, die, je nachdem die Luft reiner oder mit Dünsten erfüllt ist, dunkler und bleicher erscheint, so auch bei der Dämmerung und im Mondscheine. Dieselbe Brechung der Lichtstrahlen ist[286] es auch, welche den Himmel beim Auf- und Untergang der Sonne gelb, roth, purpurn und selbst grünlich färbt. Der schwarze Nachthimmel, selbst bei Sternenhelle, entspringt bloß durch eine Täuschung unserer Sehorgane und aus dem Mangel an hinlänglicher Beleuchtung. Durch Wolken, Gewitter, Nordlichter, Sternschnuppen, Feuerkugeln, durch Stern- und Mondesglanz ist der Himmel einer beständigen Veränderung unterworfen.

Quelle:
Damen Conversations Lexikon, Band 5. [o.O.] 1835, S. 285-286.
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