Sepia, Sepiazeichnung

[210] Sepia, Sepiazeichnung. Der eigenthümlich dunkle, eingetrocknete Saft – Sepia –, welcher in dem sogenannten Dintenbeutel des Sepia- oder Dintenfisches (einer Moluskengattung von 1–1½ F. Länge, mit purpurroth und schwarzgeflecktem Rücken und weißem Bauche) enthalten ist und sich im Wasser auf das Feinste zu einer dunkelbraunen Flüssigkeit zertheilt, wird, mit Biester vermischt, sehr vortheilhaft zum Zeichnen benutzt. Der Erfinder der jetzt vielfach verbreiteten Sepiazeichnung ist der Professor Seidelmann in Dresden, welchem es zuerst in Italien gelang, aus der dunkelbraunen Galle des Sepiafisches jenen warmen, kräftig dunkelbraunen[211] Ton zu gewinnen, der auf dem über Leinwand gespannten Papiere in der sanften Dämmerung seines mildernden Glanzes als ein unverlöschbares Gewebe von lauter einzelnen sanften Punkten erscheint.

Quelle:
Damen Conversations Lexikon, Band 9. [o.O.] 1837, S. 210-211.
Lizenz:
Faksimiles:
210 | 211
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