Storch (Zugvogel)

[441] Storch (Zugvogel), der allbekannte weißgefiederte Zugvogel, welcher mit der Schwalbe die humane Neigung theilt, sich bei den Menschen häuslich niederzulassen, jedoch nicht wie jene in der Hausflur, sondern als ein freier Philosoph auf dem Dache. Im März kommt er an, stolzirt mit seinem langen Schnabel, langem Halse und noch längeren Beinen fleißig um die Sümpfe herum, um mit Schlangen, Eidechsen, Maulwürfen, Fröschen, Mäusen, Bienen, Eiern etc. seinen Appetit zu stillen, und gibt dabei keinen Laut von sich, sondern klappert nur, indem er seine weiten Kinnladen stark aneinanderschlägt. Eben so orginell ist er auch in seinem Schlummer: er schläft nämlich sitzend auf einem Beine. Im August nimmt er Abschied und begibt sich in das Land der Pyramiden und andere Gegenden des nördlichen Afrika's. – Weniger zutraulich ist der schwarze S., welcher sein Nest tief in den Wäldern baut, im[442] Frühjahr in großen Heerden über Schweden nach dem äußersten Norden, im September in wärmere Länder zieht und im April wieder zurückkehrt.

4.

Quelle:
Damen Conversations Lexikon, Band 9. [o.O.] 1837, S. 441-442.
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441 | 442
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