Storch [2]

[67] Storch, 1) Ludwig, Schriftsteller, geb. 14. April 1803 in Ruhla bei Eisenach, gest. 5. Febr. 1881 in Kreuzwertheim am Main, studierte in Göttingen und Leipzig Theologie, wandte sich jedoch, von Not und Beruf getrieben, früh der schriftstellerischen Laufbahn zu, die sich äußerlich zu einer vielbewegten gestaltete und ihm den Segen einer ruhigen Existenz und eines festen Aufenthalts nicht zu gewähren vermochte. Am längsten hielt es ihn in Leipzig und Gotha. Seit 1866 lebte er zu Kreuzwertheim in Franken als Pensionär der Schillerstiftung. Storchs Talent ist ein begrenztes; doch erfreuen seine Erzählungen und Novellen (in Auswahl Leipz. 1855–62, 31 Bde.), wenn sie auch des tiefern poetischen Gehalts ermangeln, ebenso wie seine »Gedichte« (das. 1854) als der Ausdruck eines patriotisch und freisinnig gestimmten Geistes und eines warm empfindenden Gemüts. Die beliebtesten unter den erzählenden Schriften waren: »Der Freiknecht« (Leipz. 1829, 3 Bde.); »Die Freibeuter« (das. 1832, 3 Bde.); »Der Jakobsstern« (Frankf. 1836–38, 4 Bde.); »Die Heideschenke« (Bunzl. 1837, 3 Bde.); »Max von Eigl« (Leipz. 1844, 3 Bde.); »Ein deutscher Leinweber« (das. 1846–50, 9 Bde.) und »Leute von gestern« (das. 1852, 3 Bde.). Seinen »Poetischen Nachlaß« gab Alex. Ziegler (Eisenach 1882) heraus.

2) Nikolaus, s. Wiedertäufer.

Quelle:
Meyers Großes Konversations-Lexikon, Band 19. Leipzig 1909, S. 67.
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