Diomédes

[930] DIOMÉDES, is, Gr. Διομήδης, εος, ( Tab. XXVI.)

1 §. Aeltern. Sein Vater war Tydeus, des Oeneus, Königs in Aetolien, Sohn, seine Mutter aber Deipyle, des Adrastus, Königs zu Argos, Tochter, welche sonst auch vielfältig Deiphyla, Deiphila und so ferner, wiewohl allerdings unrecht genannt wird. Hygin. Fab. 69. & Muncker. ad eumd. l. c.

2 §. Thaten. Weil sein Vater in dem Kriege wider Theben geblieben war, so befand er sich hernach mit unter den sogenannten Epigonen, und half also der erschlagenen Fürsten Tod, durch Besiegung der Thebaner, rächen. Apollod. lib. III. c. 7. §. 2. Er bekam auch deswegen nachher seine Bildsäule nebst den andern. Pausan. Corinth. p. 121. & Phoc. p. 627. Hiernächst gab er einen Freyer um die Helena mit ab. Hygin. Fab. 81. Als er nun hier leer abzog, so heurathete er die Aegialea, des Adrastus, oder nach andern, des Aegialeus, Tochter. Apollod. lib. I. c. 8. §. 6. Er ließ es sich aber doch hernachmals eifrig angelegen seyn, den Hohn, welchen die Trojaner den Griechen, durch Entführung der Helena, erwiesen, mit rächen zu helfen. Er gieng daher mit achtzig Schiffen seiner Leute von Argos mit vor Troja. Homer. Il. Β. v. 563. & Dictys Cret. lib. I. c. 17. und hielt sich daselbst also, daß er, nach dem Achilles und Ajax Telamonius, für den tapfersten unter allen Griechen geachtet wurde. Lud. Smids Scena Troica c. 2. Er erlegete daselbst auch bis auf die acht und zwanzig namhafte Feinde, Hygin. Fab. 113. und zwar in besondern Zweykämpfen den Pandarus und Glaukus: den andern Glaukus aber ließ er wegen ihrer Väter ehemaligen Freundschaft laufen; und den Aeneas, als es schlecht mit ihm aussehen wollte, entzog noch dessen Mutter, die Venus. Idem Fab. 112. Sie wurde aber dagegen selbst vom Diomedes in die Flucht gebracht, und letzlich in die rechte Hand [930] verwundet. Homer. Il. Ε. v. 330. & Virg. Aen. XI. v. 277. Sie verließ also ihren Sohn, welchen nunmehr Apollo in Schutz nahm. Doch Diomedes stund nicht ab, ihn zu verfolgen, ungeachtet er die Gegenwart dieses Gottes erkannte, bis ihn solcher ernstlich warnete, von seinem tollkühnen Unternehmen abzulassen. Er trat daher, um dem Zorne dieses Gottes auszuweichen, ein wenig zurück, da inzwischen Aeneas auf das Schloß entwich. Homer. l. c. v. 432. Man hat diesen Vorfall noch auf einem sehr schön geschnittenen Steine ausgedrucket, wo man den Diomedes in voller Wuth sieht, wie er zwar mit dem Schwerte ausholet, jedoch das Gesicht wegwendet, als ob er die Gegenwart des Gottes nicht vertragen könnte. Apollo machet in einer edlen und gelassenen Stellung, mit der Hand eine Bewegung, als ob er ihn bedeute, und Aeneas eilet dabey hinter demselben zum Thore hinein: jedoch sieht man weiter nichts mehr von ihm, als nur noch das linke Bein und den auf den Rücken geworfenen Schild. Lipperts Dactylioth. II Taus. N. 193. Diomedes wurde auch nebst dem Ulysses nach der Insel Lemnos gesandt, den Philoktetes nebst des Herkules Pfeilen von da abzuholen, weil man ohne dieselben Troja nicht erobern konnte. Q. Calab. IX. 333. sq. Hygin. Fab. 102. Dieses gelang ihm, und man sah ihn deswegen nachher auf einem Bilde zu Athen mit diesen Pfeilen in der Hand vorgestellet. Pausan. Attic. p. 39. Als er auch mit dem Ulysses bey Nacht auf Kundschaft ausgieng, so trafen sie den trojanischen Spion, Dolon, an; und, nachdem sie sich dessen bemächtiget hatten, so erfuhren sie von ihm, wie es mit dem thracischen Lager vor Troja stehe. Er tödtete darauf den Dolon, und begab sich in der schlafenden Thracier Lager, machte deren zwölfe, und zuletzt auch selbst den König, Rhesus, im Schlafe nieder; erbeutet dessen Pferde, auf denen doch die Erhaltung der Stade Troja stund, und gieng mit dem Ulysses, auf der Minerva Ermahnen, endlich wieder nach der Griechen Lager zurück. [931] Homer. Il. Κ. v. 241. Man sieht diese Begebenheiten noch auf einigen Gemmen vorgestellet. Lipperts Dactylioth. II Taus. n. 164, 165, 166. Nachdem er also erfahren hatte, wo das Palladium in Troja aufbehalten würde, so wagte er sich abermal mit dem Ulysses, dasselbe zu holen. Er ließ sich von ihm über die trojanischen Mauern helfen, und brachte das Bild glücklich davon. Indessen stellete er sich gegen den Ulysses, dessen List ihm nicht verborgen war, als ob er das rechte Palladium nicht ertappet hätte. Da sich aber dieses, durch eine besondere Bewegung, selbst zu erkennen gab, und Ulysses daher, um dasselbe zu überkommen, den Degen hinter ihm auszog und ihm damit eins versetzen wollte, so ersah solches Diomedes noch bey rechter Zeit an dem Schatten vom Monde. Er kehrete sich also um, überwältigte den Ulysses, band ihm die Hände und schlug ihn mit der Fläche seines Schwertes so lange vor sich her, bis sie ins Lager kamen. Conon Narr. 34. Serv. ad Virg. Aen. II. 166. Sein Muth und seine Tapferkeit waren so groß, daß er es selbst mit dem Mars annahm, und, indem Minerva dessen Wurfspieß von ihm, dem Diomedes, abwendete, hingegen dieses seinen auf den Mars richtete, so traf er solchen dergestalt in den Wanst, daß er so arg an zu schreyen fieng, als sonst kaum neun bis zehn tausend Mann thun konnten. Homer. Il. Ε. v. 849. So fehlete auch wenig, daß er nicht den Hektor erlegete; Idem ibid. Λ. v. 349. Er wurde indessen gleichwohl von dem Paris mit einem Pfeile durch den rechten Fuß geschossen. Idem ibid. v. 370. Sein Verfahren gegen die erlegete Penthesilea aber war eben nicht sein. Sieh Penthesilea. Insonderheit war es keine Heldenthat, als er mit dem Ulysses den Rath fassete, den Palamedes aus dem Wege zu räumen, und sie es auch in so fern mit einander ins Werk setzeten, daß der gute Palamedes unverschuldeter Weise gesteiniget wurde. Dictys lib. II. c. 15. & ad eum Anna Fabra l. c. Nach der Zeit half er die Verrätherey mit dem Antenor, welcher[932] die Stadt Troja zu überliefern versprach, zu Stande bringen. Dictys Cret. lib. V. c. 10. Er kroch auch selbst mit in das hölzerne Pferd, und ließ sich also sammt den andern in die Stadt schleppen. Hygin. Fab. 108. Dagegen bekam er zuletzt das Palladium, als solches vorher Ulysses dem Ajax Telamonius abgestritten hatte. Er mußte aber hernach in der Stille von Troja fort gehen, wofern er nicht von den aufgebrachten Soldaten wollte gesteiniget seyn. Dictys l. c. c. 15. Bey seiner Zurückkehr von Troja verirrete er sich bey einer dunkeln Nacht und ländete in dem phalerischen Haven zu Athen an. Seine Leute glaubeten, sie wären in einem feindlichen Lande und fiengen an, solches auszuplündern. Hierüber kam es zum Gefechte, und Demophoon, der sie für Räuber hielt, erschlug einige und nahm ihm das Palladium weg. Pausan. Attic. c. 29. p. 53. Wie aber Venus den ihr erwiesenen öbbemeldeten Schimpf nicht ungerochen lassen konnte: so machte sie, daß seine Gemahlinn, Aegialea, in seiner Abwesenheit mit dem Kometes, des Sthenelaus; Sohne, oder Cyllabarus, gute Bekanntschaft machte. Tzetz. ad Lycophr. v. 603. Serv. ad Virg. Aen. VIII. v. 9. & XI. 269. Hierbey brachte ihr Oeax, des Palamedes Bruder, zugleich bey, daß Diomedes eine andere Gemahlinn von Troja mitbrächte. Dictys lib. VI. c. 2. Sie empfieng ihn also bey seiner Zurückkunft dergestalt, daß, wo er sich nicht auf der Juno Altar geflüchtet, und dabey sich erkläret hätte, er wollte wieder fort gehen, es ihm unfehlbar den Hals würde gekostet haben. Tzetz. loc. cit. Er machete sich daher mit seinen getreuesten Leuten erst nach Korinth, von da aber begab er sich nach Aetolien, rächete daselbst seinen Großvater, den Oeneus, an denen, welche ihm in seiner Abwesenheit allerhand Beleidigung angethan, und setzete sich also selbst in Aetolien fest. Dictysi. c. & Ant. Liberal. c. 37. Andere setzen das, was er in Ansehung des Oeneus an des Agrius Söhnen gethan, vor seinen Zug nach Troja: Apollod. lib. I. c. 8. §. 6. Daher soll er sich gleich [933] von Argos nach Italien gewendet haben, und, weil hieselbst der König Daunus eben von seinen Feinden ziemlich gedränget worden, von diesem seyn um Beystand ersuchet worden. Er leistete ihm auch solchen, so daß Daunus seine Feinde glücklich besiegete, und dem Diomedes dagegen die Wahl ließ, ob er die gesammte feindliche Beute, oder aber das eroberte Land für seine Dienste nehmen wollte. Wie nun dabey des Diomedes Stiefbruder, Althänus, zum Schiedsrichter erkieser wurde, dieser aber aus Liebe zu des Daunus Tochter, der Evippe, das Land, als den besten Theil, dem Daunus zusprach, so ärgerte solches den Diomedes dermaßen, daß er dieses Land aufs heftigste verfluchte. Die Götter erhöreten solches, und das Land wurde ganz unfruchtbar. Dieses rächete denn Daunus dermaßen wieder, daß er dem Diomedes hinterlistig nachtrachtete, und, als er ihn endlich auch in seine Gewalt bekam, hinrichtete. Tzetz. ad Lycophr. l. c. Jedoch wollen auch einige, er habe nicht nur sein Stück Land von dem Daunus, sondern auch dessen Tochter dazu zur Gemahlinn bekommen, und mit ihr den Diomedes und Amphinomus gezeuget, worauf er endlich im hohen Alter gestorben sey. Anton. Liberal. l. c. Wenigstens soll er sich in einem leidlichen Zustande befunden haben, als Aeneas hernach in Italien angelanget, wider den er aber, um der Venus willen, dem Turnus und Latinus keine Hülfe leisten wollte. Virg. Aen. XI. c. 277. Ovid. Metam. XIV. 461. Sonst soll er zuerst die pythischen Spiele angestellet, dabey auch dem Apollo, Pausan. Corinth. c. 32. p. 146. und der Minerva ihre Tempel errichtet, Idem ibid. c. 24. p. 128. zuförderst aber die Stadt Argos Hippium, oder Argirippa, die nachher auch nur Arpi genannt worden, erbauet haben. Plin. H. N. lib. III. c. 11. Nicht weniger soll er dem Hippolytus, des Theseus Sohne, einen schönen Hayn und Tempel gewidmet und ihn zuerst göttlich verehret haben. Paus. Corinth. p. 145. Nach seinem Tode sollen seine Leute als [934] sie eben im Opfer begriffen gewesen, von ihren Feinden überfallen und hingerichtet worden seyn, welche denn Jupiter in Vögel verwandelte, die mit den Griechen zwar ganz zahm und bekannt gethan, hingegen keinen Römer und Barbar leiden können. Ant. Liberal. l. c. & Serv. ad Virgil. l. c. v. 271. Nach andern soll dieses noch bey seinen Lebzeiten geschehen seyn. Virgil. l. c. v. 271. & Lycophr. v. 594. Es soll aber solches in der That nichts anders hinter sich haben, als daß sich diese Leute mit der Flucht, und zwar zu Schiffe, davon gemacht, deren schnelle Fahrt denn für ein Fliegen, und sie also selbst für Vögel angesehen worden. Banier Entr. XVII. ou P. II. p. 223. Oder weil sie sich auf eine Insel begeben, die voller Vögel gewesen, so streuete man aus, dieß wären die Argiver selbst. Dess. Erl. der Götterl. V B. 248 S.

3 §. Person und Eigenschaften. Er soll von Person stark, ansehnlich und eines ernsthaften Gesichts, sonst aber hitzig, ungedudlig, und im Gefecht; heftig und kühn gewesen seyn, dabey aber eine starke Stimme zum Schreyer gehabt haben. Dares Phrygius c. 13. Man will seinen Kopf noch jetzt an einem schönen Marmor in Florenz sehen. Mus. Flor. T. I. t. 22. n. 1. Nach demselben soll er auch auf einer Gemme vorkommen. Lipperts Dactylioth. II Taus. 182. Sonst findet man dessen Bildniß, nach der Art, wie die Griechen ihre Helden abzubilden pflegen, nackend mit dem Palladio, annoch vielfältig auf einigen Gemmen. Lippert am angef. Orte 56 ff. S. Unter diesen ist das Werk des Dioscorides unstreitig das vorzüglichste, und auch von allen Kennern stets für ein Meisterstück der Steinschneiderkunst gehalten worden; wiewohl man dochmuthmaßet, daß es vielleicht ganz etwas anders, als den Diomedes, vorstelle. Lessings antiq. Briefe I Th. 147 S. Ein griechischer Held sitzt daselbst auf einem mit einer Blumenbinde umschlungenen Altare, in der Stellung, als wenn er gleich auß stehen wollte; und man erkennet, daß der Ort ein Tempel seyn soll. In der [935] Rechten hat er sein Schwert etwas hinter sich an die Seite zurück gezogen und in der Linken hält er das Palladium vor sich. Vor ihm steht eine Säule mit einem Bildnisse darauf, welches ihm den Rücken zugewandt hat, und für der sybaritischen Juno ihres gehalten wird. Zu seinen Füßen an der Säule liegt eine ertödtete Person, welche die Hüterinn des Tempels seyn soll. Stosch. Gemm. t. 129. Man hat davon viele Nachahmungen, die ihm mehr oder weniger ähnlich sind, und sich nur durch einige Kleinigkeiten unterscheiden. Auf einigen derselben fehlet die getödtete Person. Massei gem. antich. T. II. t. 80. Man nennet sie daher vermuthlich auch nur einen Bellonario, so wie eine andere Abbildung, wo Diomedes mit einer drohenden und grimmigen Mine vor einer Säule steht, auf welcher sich das Palladium befindet, in einer Stellung, als ob er einen anfallen wollte, der herzu käme. Ib. tav. 79. Andere aber behaupten, daß auf beyden Diomedes sey. Mariet. pier. grav. T. II. P. I. t. 94. Lippert am angef. Orte 57 S. Auf einigen Steinen ist die Hand, worinnen er das Palladium hält, mit einer Bekleidung umschlungen, als ob er aus großer Ehrerbiethung solches nicht mit bloßer Hand anfassen wollte. Mariet. l. c. Andere dergleichen Gemmen zeigen weder die todte Person, noch auch die Bildsäule, sondern statt deren steht ein Spieß und Schild vor dem Diomedes an etwas gelehnet. Begeri Thes. Brand. T. I. p. 94. Auf einem andern ist er im Forteilen begriffen, wobey er sich drohend umsieht, als ob ihm jemand nachkäme. Spanhem. ad Callim. p. 757.

4 §. Verehrung. Er genoß nach seinem Tode eine allerdings göttliche Ehre, und hatte seinen schönen Hayn und prächtigen Tempel an dem Ausflusse des Timavus. Strabo lib. V. p. 214. Insonderheit wurde ihm von den Venetern ein weißes Pferd geopfert. Idem ibid. p. 215. Die Umbrier verehreten ihn als einen ihrer besondern Götter. Scylax ap. Voss. Theol. gent. lib. I. c. 40. So hatte er auch seinen berühmten[936] Tempel in den von ihm benannten diomedeischen Inseln. Theophrast. Plin. & Augustin. ap. eumd. l. c. Weil er insonderheit ein eiferiger Verehrer der Minerva war, so soll diese nicht nur das unauslöschliche Feuer gewesen seyn, welches aus dessen Waffen geblitzet, Anonym. in Mythol. Thomæ Gale c. 19. p. 94. sondern sie soll ihn auch hernach selbst mit unter die Götter aufgenommen haben. Pindar. Nem X. α v. 1. cf. Spanhem. ad Callim. Hymn. in Pallad. v. 35.

5 §. Familie. Diese ist so fern, als sie bekannt ist, schon mit erwähnet worden.

6 §. Eigentliche Historie. In den beygebrachten wird sich wenig finden, welches nicht den Buchstaben nach angenommen werden könne, außer daß er den Mars und die Venus verwundet haben soll; welches denn einige dahin deuten wollen, daß er dort den Hektor, als einen andern Mars, hier aber den Aeneas, als einen vorgegebenen Sohn der Venus, verwundet habe. Boccacc. lib. IX. c. 22. Nach andern heißt die Verwundung der Venus, er habe einige junge schöne Herren aus dem Volke des Aeneas dergestalt verwundet, daß sie keine Kriegesdienste weiter thun können. Mars soll einen Ort bezeichnen, wo viele der tapfersten und stärksten Streiter stunden, unter die er mit den Seinigen einbrach. Minerva aber bedeute weißlich gebrauchter Muth und Entschlossenheit. Damms Götterlehre 492 §. Was die Verwandelung seiner Leute in Vögel anbetrifft, so wird solche gedeutet, daß sie zu Seeräubern geworden, welche so geschwind mit ihren Schiffen, als die Vögel, gewesen, und auf alle Nationen, außer auf die Griechen, als ihre Landesleute, gekreuzet hätten. Theodontius ap. Boccac. l. c.

7 §. Anderweitige Deutung. Es wird dieser Diomedes unter andern insonderheit zum Exempel vorgestellet, daß man gegen Gott nicht vermessen seyn, oder sich an demselben vergreifen solle, weil solches von ihm nicht unbestraft gelassen werde. So sollen seine verwandelten Leute bezeugen, daß man mit bösen Leuten, wenn sie von Gott [937] gestraft werden, kein Mitleiden haben soll, wie sie wohl mit dem Diomedes hatten, allein darüber auch eben in Vögel, welche ihr Klagen und Kirren immer fort getrieben. verwandelt worden. Nat. Com. lib. VII. c. 5. Andere deuten ihn auf einen Eiferer in der Religion, welcher eine andere Secte mit aller Heftigkeit und Gewalt, wie er die Venus, verfolget und angreift, wodurch er denn eine Zeitlang alle Ehre und allen Ruhm erlanget, zuletzt aber doch insgemein unglücklich wird, zumal wenn die verfolgete Secte ungefähr wieder die Oberhand behält, wobey denn oft die nächsten und besten Freunde seiner so wenig schonen, als hier Daunus des Diomedes. Baco Verulam. de Sap. Vet. c. 18.

Quelle:
Hederich, Benjamin: Gründliches mythologisches Lexikon. Leipzig 1770., Sp. 930-938.
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