Rymailus

[172] Rymailus, Mönch zu »Solen« in Frankreich leuchtete nach unserm hdf. H.-L. um das J. 690.

1 Folgende von ihm herrührenden Verse mögen seine innige Frömmigkeit noch besser beleuchten:


Esuries te Christe Deus sitis atque videndi

Jam modo carnales me vetat esse dapes.

Da mihi te vesci, te potum haurire salutis,

Unicus ignotae tu cibus esto viae,

Et quem longa fames errantem ambesit in orbe

Hunc satia vultu Patris imago tuo.


Zu Deutsch:


Hunger und Durst mich quälet, o Gott. Dich Christus zu sehen,

Drum verlange ich Dich, keine fleischliche Speis;

Schenke Dich mir zur Nahrung, Dich zum Tranke des Heiles

Du nur sollst Zehrung mir sein auf gefahrvollem Weg'.

Mich, den Hunger verzehrte nach Dir im Irrsal des Lebens,

Bild des Vaters, laß satt mich einst schauen Dich an!



2 Man sehe hist. Franc. IX. 2 und 39. u. de gl. conf. c. 106.


3 Auf der einen Seite derselben sah man das Bildniß des Kardinals und dessen zwei Wappen mit der Umschrift: MATHEVS. EPS. ALBAN. CARLIS ARCHIEPS. SALISBVRG. † Auf der andern Seite befand sich das Bild der Heiligen, mit der Umschrift: S. V. RADIANA. ORA. PRO. NOBIS. DEVM.


4 Die Heilige ist als Dienstmagd gekleidet und geschmückt, trägt auf dem Haupte einen Blumenkranz und in der linken Hand eine Lilie; mit der rechten Hand stützt sie das etwas erhobene Haupt.


5 Man vgl. hierüber: Raderus Sancti Augustani, Augsburg 1601; Braun, Lebensgeschichten etc. S. 183; Raiser, »Denkwürdigkeiten« (mit einer Abbildung der Schaumünze), S. 34 und 35. Jocham, Hav S. II. 236. Boll. Aug. III. 93–96. »Herrliches Beispiel der wirkend und leidenden Liebe in der hl. Jungfrau Radegundis«, Augsburg 1792 (Verf. unbekannt). Ferner: »Leben der hl. Radegundis«, Augsburg 1821, gleichfalls ohne Angabe des Verf. Anderes ist uns durch die Güte der H. H. Pfarrer Jehle in Bergheim, Heinzelmann in Stadtbergen, und Deller in Waldberg mitgethrilt worden.


6 Ein anderer Bischof d. N. von Nocera soll i. J. 725 gestorben sein.


7 Nach A. Lütolf: »die Glanbensboten der Schweiz vor St. Gallus«, S. 264 war dieses Kloster durch den Archimandriten Antidiolus von St. Eugen um d. J. 523 gestiftet worden. Hienach ist also unsere Angabe, H.-L. II. 410, zu berichtigen.


8 Aus seinem schönen Officium im Dominicaner-Orden entnehmen wir folgende Strophen aus dem Hymnus zur ersten Vesper:


Grande Raymundi celebrate nomen

Praesules, Reges populique terrae

Cujus aeternae fuit universis

Cura salutis.


Quidquid est alta pietate mirum

Exhibet purus, niveusque morum

Omne virtutum rutilare cernis

Lumen in illo.


Sparsa summorum monimenta Patrum

Colligit mira studiosus arte

Quaque sunt prisci sacra digna cedro

Dogmata juris.


Doctus infidum solidare pontum

Currit invectus studio patenti

Veste componens baculoque cymbam

Aequora calcat.


Da Deus nobis sine labe mores

Da viae tutum sine clade cursum

Da perennantis sine fine vitae

Tangere portum.


Mögen Alle Raymundus' Namen preisen,

Welche christliche Fürsten und Völker heißen;

Allen suchte er Heil zu bringen

Vor allen Dingen.


Alles, was wunderbar an frommem Sinne

Zeigt er, der Reine voll Gottes Minne;

Sieh' in ihm glänzt von früher Jugend

Jegliche Tugend.


Was an Vätersprüchen zerstreut gewesen

Hat er kunstvoll zusammen gelesen,

Um des heil'gen Rechtes Quellen

Neu aufzuhellen.


Festes Land weiß er aus Meer zu machen,

Er befährt es frischweg ohne Rachen

Schiff ist ihm Mantel, der Stab zum Gange

Ruderstange.


Gib' o Gott, daß rein wir uns zeigen

Auf des Lebens gefährlichen Steigen;

Laß uns das selige Land ohne gleichen

Sicher erreichen.


9 Auf der Spitze des Berges Auxois hat Napoleon III. demselben ein Denkmal mit einer prahlerischen Inschrift errichtet. Sein Gegenstück steht im Teutoburgerwalde.


10 Seine demüthige Widmung des großen Kronleuchters an die Mutter Gottes lautete nachdem er sie als die »jungfräliche Gottesgebärerin, die Hoffnnung der Welt, die Perle der Keuschheit« begrüßt hat:


Istud non magnum dignanter suscipe munus

Quod Reginbaldus tibi praesul reddo misellus.


11 Auf seinem noch vorhandenen Bischofs stabe stehen die Worte:


Collige sustenta stimula vaga morbida lenta,

Zu Deutsch: »Sammle was zerstreut, pflege was krank, treibe an was träg ist.«


12 In den Annalen steht: CMLIX. Rambertus mon. efficitur. Und in dem alten Kalender: III. Kal. Apr. Rampertus presb. effectus est.


13 Um diesen zu behaupten, werden von Einigen zwei Bischöfe d. N. zum 30. März genannt. Bei Butler (IV. 245) wird der hl. Bischof Regulus von Arles unbedingt festgehalten und mit guten Gründen vertheidigt.


14 Die einfache Grabschrift auf schwarzem Marmor lautet: Serenissima Renata, Lotharingica domo nata, Guilielmi V. Bavariae ducis conjux. Fundatrix Templi et Collegii Monac. S. J. Hic deposita 23. May. 1602.


15 Die Legende erzählt, daß an dem Orte, wo nun Arcy steht, durch die Berührung der heil. Reliquien ein todt geborenes Kind zum Leben gekommen sei, und sogleich nach empfangener Taufe, rufen habe: art-ci! art-ci! was so viel besagt als arétez-ci! Daher habe der Ort den Namen Arcy bekommen. (Er ist vielmehr von arx, die Burg abzuleiten.)


16 Diese Beinamen schützen den aufmerksamen Benedictiner Rabanus Anieusis.


17 So liest man im Proprium der Mainzer Kirche.


18 So sagt z. B. (Kunstmann, S. 94) Lambert von Aschaffenburg: Lotharius expulsus est a regno et Hraban, abbas de monasterie.


19 Nämlich in die Wunibaldskirche zu Heidenheim, Bisthums Eichstädt. Da dieser Ort zur Zeit der Reformation zum Lutherthume abfiel, ist anzunehmen, daß die hier aufbewahrten heil. Reste nicht mehr vorhanden sind.


20 Der letzte Abt. Alexander Peurion, starb i. J. 1797 zu Frankfurt a/ M. als Verbannter.


21 Am nämlichen Tag wird ein daselbst ermordeter Priester Namens Richardus Ruffi genannt. Sollte dieser der nämliche sein?


22 Nach Raderus war sie von Donauwörth (Verduna), nach Bruschius u. A. eine Herzogin von Oesterreich.


23 S. Maurontus wird am 5. Mai verehrt, B Clotsendis am 30. Juni, S. Eusebia am 16. März, und B. Adalsendis am 24. Dec.


24 Die älteren Boll. (Jan. II. 177) setzten des 8. Jahrhunderts.


25 Die Legenden haben gewöhnlich die Jahrzahl 1425; in diesem Jahr fand aber kein Jubiläum statt. Ich bin also der Ausgabe Piazza's gefolgt, welcher 1450 schreibt.


26 Das Kloster (eine schöne Abbildung gibt Butler engl. Ansg.) liegt sammt der Kirche in Ruinen, die jetzt noch von der ehemaligen Schönheit Zeugniß geben.


27 Er erhielt von seiner Gemahlin Constantia fünf Kinder: Hugo, frühzeit gest.; Heinrich; Robert, später Herzog von Burgund, und zwei Töchter.


28 Die Vol 1. sind geneigt. seine Leben szeit viel später (ante medium saeculi XII.) zu setzen, fügen aber bei, daß die »unzuverlässigen Acten« d. J. 500 bezeichnen.


29 Hr. Emmert schreibt uns außerdem, er besitze in seiner Münzensammlung eine Münze, welche auf der Vorderseite die Umschrift trägt: LEO. II. PONT. MA. und auf der Rückseite eine Abbildung des besagten Schweißtuches mit dem Christusbaupic darauf zeigt. Gegen die Aechtheit dieser Münze bestehen aber starke Bedenken, wodurch jedoch die offenbar vorhandene, auch sonst bezeugte hifiorische Beziehung des Schweißtuches zu Papst Leo II. und der Kirche von Trient nicht beeinträchtiget wird.


30 Im Mart. Taml. sind sechs verschiedene Ronan enthalten, von welchen nichts Näh eres angegeben ist.


31 Kampschulte, westf. K-Patrocinien, S. 111 bemerkt, daß stcher nur an eine nahe Anverwandte des Kaisers zu denken sei, da von einer Schwester d. R. nirgends die Rede ist.


32 Es bewahrt aber auch die sog. »alte Kapelle« einen Taufstein, aus welchem er die Taufe empfangen haben soll.


33 So erkläre ich die Stelle bei Aribo (vita S. Corbiniani cap. III): Gens adhuc rudis erat, et nuper ad Christianitatem conversa.


34 Als im J. 1782 das 1200jährige Jubiläum der Bisthums-Gründung begangen wurde, that der damalige Erzbischof Hieronymus in seinem bei dieser Gelegenheit erlassenen. auch in sonstiger Hinsicht an stößigen Hirtenbriefe seines großen Erwähnung!


35 Der Drache wurde nach der Legende von ihm und dem hl. Mercurialis (s. d.) gemeinsam in eine Grube geworfen.


36 Folgende Sage, die sich hierüber zu Trient bis auf den heutigen Tag erhalten hat, ist wohl größerer Verbreitung würdig. Ein junger Spötter stopfte sichs einen Rücken mit Lumpen aus und begab sich mit zwei Gesinnngsgenossen zum Bischofe mit der Bitte um Heilung. Seine Gefährten sagten, sie sein gekommen, zu hören und zu sehen, ob er diesen Frommen von seinem gekrümmten Rücken zu befreien vermöge. Der wahrhaft fromme Bischof gab zur Antwort, daß sie an den unrechten Ort gekommen seien; nur in der Kirche, von Gott könnten solche Schäden geheilt werden. Laut auf, lachend stürzten die drei Frevler zur Thüre hinaus. Aber die Strafe folgte ihnen auf dem Fuße. Jener, der gesagt hatte: »Wir wollen sehen«, wurde blind; der Andere, welcher gesagt hatte: »Wir wollen hören«, wurde taub und der dritte hatte von jetzt an wirklich einen gekrümmten Rücken.


37 Man sehe Monum. Boica (Augiensia). Die Schlußnotizen des obigen Artikels verdanken wir der gütigen Mittheilung des Herrn Pfarres Rödle von An und des Herrn Dompfarrcooperators Rieger in München.


Quelle:
Vollständiges Heiligen-Lexikon, Band 5. Augsburg 1882.
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