Aschermittwoch

[282] Aschermittwoch, der Anfang der Fastenzeit; an diesem Tage wird in der kath. Kirche das Haupt der Gläubigen mit Asche bestreut, mit den Worten: »Gedenk, o Mensch, daß du Staub bist und in den Staub wiederkehren wirst.« Es ist also eine Mahnung an den Menschen, seiner Hinfälligkeit zu gedenken und sich durch Buße und Besserung der göttlichen Gnade theilhaftig zu machen. Die Ceremonie des Einäscherns wurde vor Zeiten nur an den zur öffentlichen Buße verurtheilten Sündern vollzogen und bildete einen wesentlichen Bestandtheil der Form, in welcher sie von der Kirche ausgeschlossen wurden; sie standen aber vor der Kirchenthüre im Bußkleide und entblößten Füßen. Diesen Büßern schloßen sich freiwillige Büßer an, deren Zahl wurde immer größer und im 12. und 13. Jahrh. wurde es allgemeiner kirchlicher Gebrauch, daß sich die Gläubigen im Bewußtsein der Schuld diesem Akte öffentlicher Bußübung unterzogen; seine Wirkung ist nach dem Ausspruche der Kirche folgender: 1. Erweckung zur Demuth, 2. zur wahren Buße; 3. Gnade, die Buße zu vollbringen; 4. der göttliche Beistand und Erhörung des Gebetes; 5) Standhaftigkeit im Guten.

Quelle:
Herders Conversations-Lexikon. Freiburg im Breisgau 1854, Band 1, S. 282.
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